AZ-Interview FC Bayern Basketball: Maodo Lo - "Schröder als Gegner wäre großer Stress"

"Ich habe Bock darauf, mehr Verantwortung zu haben", sagt Bayerns Lo (r.) vor dem zweiten Viertelfinalspiel gegen die Braunschweiger. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Bayerns Maodo Lo spricht in der AZ über die Playoffserie gegen Braunschweig – und Dennis Schröder. "Er ist ein bodenständiger Kerl", sagt er über den NBA-Star.

 

München - Maodo Lo wechselte im Sommer von Bamberg zum FC Bayern Basketball.

AZ: Herr Lo, der Playoff-Auftakt gegen Braunschweig fiel mit dem 70:59 umkämpfter aus als gedacht. Mit welchen Erwartungen gehen Sie heute Abend (20.30 Uhr/Magenta Sport) in Spiel zwei?
MAODO LO: Wir erwarten schon, dass wir auswärts ein noch besseres Spiel abliefern. Aber Braunschweig wird hochmotiviert sein. In Spiel eins haben wir am Ende ein bisschen zu schnell gespielt, falsche Entscheidungen getroffen, anstatt das Spiel zu kontrollieren. Wir müssen für Konstanz sorgen. Wenn wir eine Führung aufbauen, dürfen wir Braunschweig nicht wieder die Chance geben, sie zu verringern. Damit kann man den Gegner auch demotivieren.

Mit einem Sieg könnten Sie sich zwei Matchbälle holen und die Viertelfinalserie schon am Sonntag (18 Uhr) beenden.
Das wäre das beste Szenario und es ist auch unser Ziel, so wenige Spiele wie möglich zu haben, um vielleicht Kräfte für die nächsten Runden zu sparen. Wir wollen den Titel.

Lo: Von Dennis Schröder "kann man sich viel abschauen"

NBA-Profi Dennis Schröder wird wieder in der Halle sein. Zum Glück nur als Zuschauer und nicht als Gegner, oder?
Dennis als Gegner wäre auf jeden Fall großer Stress (lacht). Von daher bin ich schon froh, dass er nur auf der Tribüne sitzt. Aber es ist cool, dass er im Sommer nach Deutschland kommt und seinen Klub unterstützt. Das tut er aber auch bei anderen Spielern, vor allem seinen Nationalmannschaftskollegen. Es ist super von ihm, dass er diese Verbindung so aufrecht erhält.

Hatten Sie Kontakt mit ihm?
Wir haben uns schon ein bisschen ausgetauscht, auch während der Saison ab und zu telefoniert. Wir haben beide Bock auf die WM und wollen dort gemeinsam Spaß haben.

Ist er sportlich ein Vorbild?
Ich habe viel von ihm gelernt, gerade in meiner Anfangszeit bei der Nationalmannschaft hat er mir viel mitgegeben. Seine Mentalität und seine Einstellung auf dem Feld sind schon einzigartig. Da kann man sich viel abschauen.

Wie ist er als Teamkollege? Anders, als er mit seinen Allüren in der Öffentlichkeit manchmal wirkt?
Er ist ein Teamplayer, unterstützt die Mannschaft und hat Führungsqualitäten. Dennis ist ein lieber Kerl. Er wird in der Öffentlichkeit anders dargestellt, als er ist. Wenn man ihn besser kennt, weiß man, dass seine Werte richtig sind. Er ist sehr loyal, Familie und Freunde sind ihm wichtig. Eigentlich ist er ein bodenständiger Kerl, auch wenn das vielleicht schwer zu verstehen ist. Man sieht halt, dass er Autos postet und dies und das. Aber er weiß und vergisst nicht, wo er herkommt – und unterstützt viele Menschen.

Maodo Lo: "Bayerns Potenzial ist riesig"

Wie fällt Ihr erstes Zwischenfazit am Ende Ihres ersten Jahres bei Bayern aus?
In der Euroleague haben wir eine gute Saison hingelegt, auf die wir stolz sein können. Wenn die Playoffs jetzt erfolgreich enden, würde ich sagen, dass es ein sehr gutes Jahr war. Der Meistertitel ist da aber schon entscheidend.

Geschäftsführer Marko Pesic sagt, dass er von Ihnen im zweiten Vertragsjahr eine Steigerung erwartet.
Das geht Hand in Hand mit meinen eigenen Erwartungen. Ich habe Bock darauf, meine Leistung zu steigern, mehr Verantwortung zu haben und auch besser zu spielen.

Wie haben Sie sich eingelebt?
Immer besser. Ich freue mich auf den Sommer. Im April hatten wir schon ein paar schöne Tage, da merkt man, wie schön die Stadt ist. Ich habe mir ein Fahrrad gekauft. Damit fahre ich jetzt ein bisschen rum, mal an die Isar oder den Englischen Garten. Das ist schon nice.

Ihre Mutter ist ja Künstlerin und auch Sie sind kunstinteressiert.
Ich war hier schon in Museen und Galerien. Mir war gar nicht so bewusst, dass München in der Richtung auch so viel zu bieten hat. Das gefällt mir.

Sie kamen aus Bamberg. Sehen Sie bei den Bayern ähnliche Chancen, eine Ära zu starten?
Diese Gewinner- und Basketballkultur, die sie in Bamberg aufgebaut hatten, ist schon Wahnsinn. Bayern hat aber auf jeden Fall das Potenzial, genauso lange zu dominieren wie Bamberg. Das Potenzial des Vereins ist riesig.

Lo schwärmt von Sportdirektor Biesi: "Ein wahnsinniger Kerl"

Wie würden Sie die Rolle von Daniele Baiesi, der vor zwei Jahren als Sportdirektor von Bamberg zu Bayern wechselte, beschreiben?
Daniele ist ein wahnsinniger Kerl, einer der besten Sportdirektoren, die man finden kann. Er ist sehr zugänglich für die Spieler und versteht sie sehr gut. Er hat eine tolle Menschenkenntnis und ist immer in der Lage, Spieler zu finden, die gute Charaktere haben. Das ist sehr wichtig für die Teamchemie. Die Teams, die er hilft, zusammenzustellen, sind immer gut konstituierte Mannschaften, in denen jeder Spieler seine eigenen Stärken einbringen kann und jeder Spieler ein guter Mensch ist. Das ist sehr wichtig für den Erfolg eines Vereins. Er ist hier eine sehr wichtige Figur.

Hoffen Sie auf ein Duell mit Ihrem Ex-Klub im Halbfinale?
Bamberg wäre tough. Es kann nie ein Wunsch sein, gegen sie in den Playoffs zu spielen. Sie haben den Pokal gewonnen, sind in der Lage, Basketball auf dem höchsten Niveau zu spielen. Sie hatten ihre Probleme, aber man muss immer mit ihnen rechnen. Vor allem die Atmosphäre, die während den Playoffs herrscht, ist besonders. Dort als Gegner zu spielen, ist extrem schwer – als Heimteam umso einfacher. Speziell wäre es für mich auf jeden Fall. Doch erst müssen wir ins Halbfinale.

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