AZ-Interview EHC-Star Kastner: "Seit ich Vegetarier bin, habe ich mehr Energie"

Stürmerstar des EHC: Maximilian Kastner. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

EHC-Star Maximilian Kastner spricht in der AZ über seine Ernährung, warum Konrad Abeltshauser ihn bekocht hat und warum er Kiwi mit Schale ist.

 

München - Maximilian Kastner spielt seit 2015 im Angriff des EHC Red Bull München. Im AZ-Interview spricht der 26-jährige Garmischer unter anderem über seine Ernährung und warum Konrad Albertshauser ihn bekocht hat.

AZ: Herr Kastner, haben Sie jetzt Ihren persönlichen Leibkoch? Konrad Abeltshauser, Ihr Teamkollege vom EHC Red Bull München, hat Sie kürzlich bekocht, stilecht mit Mütze und Kochjacke.
MAXIMILIAN KASTNER: Na, der Koni und ich hatten eine Wette laufen. Er hat verloren, und der Koni als alter Ehrenmann hat die Schulden eingelöst und mich bekocht.

Worum ging die Wette?
Wir haben gegeneinander Fußball gespielt. Das Spiel ging unentschieden aus, die Entscheidung musste im Lattenschießen fallen, und da habe ich mich durchgesetzt.

Der Stürmer schlägt den Verteidiger.
Aber so was von! (lacht)

Was gab‘s zu essen?
Ich habe Koni die Wahl überlassen, was er machen will. Ich wollte nicht zu viel riskieren, es sollte ja schmecken.

Kastner: "Ich habe Mitte 2018 meine Ernährung umgestellt"

Beim Ur-Bayer Koni würde man Schweinsbraten mit Semmelknödel erwarten.
Habe ich auch erwartet, aber das hätte ihm wohl zu lang gedauert. Es gab dann Chicken-Curry-Nudeln, das war ganz gut. Hat schon geschmeckt. Aber er sollte trotzdem beim Eishockey bleiben. Er ist ein besserer Spieler als Koch.

Hühnchen? Sie sind doch eigentlich der einzige Vegetarier beim EHC, oder?
Das Hühnchen hat auch der Koni gegessen, ich habe den Rest verspeist. Ich habe Mitte 2018 meine Ernährung umgestellt, bin seit dem Vegetarier. Ich will einfach die Massentierhaltung nicht unterstützen. Wenn man im Discounter abgepacktes Fleisch kauft, weiß man ja nicht, was man kriegt, was man mit den Tieren angestellt hat. Das wollte ich einfach nicht mehr unterstützen. Ich habe aber im Sommer etwa einmal die Woche Fleisch gegessen. Einfach, weil mir danach war. Aber das kaufe ich dann beim Metzger bei uns im Ort, da weiß ich, dass es vom Bauernhof nebenan kommt. Aber zur Saison hin, werde ich wieder aufs Fleisch verzichten. Ich habe gemerkt, dass es mir beim Sport guttut. Der Körper muss nicht so viel Energie auf die Verdauung von Fleisch verschwenden. Diese Energie steht mir beim Sport zur Verfügung. Deswegen werde ich das auch weitermachen. Mir persönlich tut es gut, Vegetarier zu sein.

Sie essen auch die Kiwi mit Schale.
Das ist wie beim Apfel: Die meisten Vitamine sind direkt unter der Haut. Wenn man die wegschneidet, verliert man wertvolle Vitamine. Es gibt ja zwei Arten von Kiwis: die eine mit der etwas pelzigen Haut und die anderen mit der glatten. Wenn man die isst, merkt man überhaupt keinen Unterschied.

Kastner: "Mannheim weiß, dass wir ihnen im Nacken sitzen"

Solange Sie nicht Bananen mit Schale essen...
(lacht) Ich lese sehr viel zum Thema Ernährung. Es gibt im asiatischen Raum bereits Bananen, bei denen man die Schale essen kann. Ich bin gespannt, die habe ich hier noch nie gesehen. Aber ich werde es dann definitiv ausprobieren.

Wenn man auf die vergangene Saison zurückblickt, haben Sie beim EHC den Durchbruch geschafft, aber zu den Höhepunkten waren Sie verletzt.
Ja, das waren die negativen I-Tüpfelchen. Erst verletzte ich mich vor dem Finale in der Champions League. Das tat schon in der Seele weh, weil man ja nie weiß, ob man da noch mal hinkommt. Da treten schließlich die besten Teams Europas an. Und dann erwischt es mich wieder vor dem Finale in der DEL. Wieder verletzt, wieder OP: Daran hatte ich schon einige Zeit zu knabbern. Aber jetzt ist das abgehakt. Ich greife wieder voll an.

Was hat Mannheim vergangene Saison besser gemacht als der EHC, dass der Pokal diesmal nicht nach München ging?
Das Offensichtlichste ist, dass bei uns fünf Stammspieler verletzt gefehlt haben. Es wäre interessant gewesen, wenn wir komplett gewesen wären, dann wäre es Mannheim nicht so leicht gefallen. Und wir haben auch im Halbfinale gegen Augsburg zu viel Kraft gelassen. Vor Mannheim muss man aber den Hut ziehen. Die haben es gemacht, wie wir in den drei Spielzeiten davor. Die sind durchmarschiert und haben es am Ende auch verdient.

Und jetzt?
Greifen wir an. Mannheim weiß, dass wir ihnen im Nacken sitzen und auch nicht damit zufrieden sind, Zweiter zu werden oder zu sein. Wir haben sehr gute neue Spieler geholt. Ich bin mir sicher, dass wir eine sehr, sehr starke Truppe sind – und wir alle wollen den Pokal zurückholen.

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