AZ-Interview Didi Hegen: „Marco hat den Spaß am Eishockey wiederbelebt“

Didi Hegen, Deutschlands Eishockey-Legende. Foto: firo/augenklick

Eishockey-Ikone Didi Hegen spricht in der AZ über den Deutschland Cup, den Bundestrainer und was EHCler Abeltshauser alles erreichen kann.

 

München - Didi Hegen ist einer von Deutschlands größten Eishockeyspielern, er war sieben Mal Deutscher Meister, ist Mitglied der Ruhmeshalle des Eishockeys, bestritt 106 WM-Spiele und erzielte dabei 39 Tore. Die AZ hat den 54-jährigen Kaufbeurer zum Interview  gebeten.

AZ: Herr Hegen, der Deutschland-Cup steht wieder an, für Bundestrainer Marco Sturm eine wichtige Standortbestimmung im Hinblick auf die WM, die ja 2017 in Deutschland stattfinden wird.

DIDI HEGEN: Absolut. Es ist wichtig, die Spieler so früh wie möglich um sich zu haben, Dinge auszuprobieren, andere Spieler unter Wettkampfbedingungen zu testen. Marco macht seine Sache sehr gut. Er hat es geschafft, mit seiner Art wieder eine gewisse Euphorie zu entfachen, die Freude am Eishockey wiederzubeleben. Ich habe immer gesagt, wir haben echtes Potenzial. Wenn bei uns nicht – wie leider in den letzten Jahren fast üblich – 15 oder 19 Spieler absagen, dann haben wir eine gute Mannschaft. Und Marco hat auch das Glück, dass jetzt eine Heim-WM ansteht, dass Olympia 2018 kommt, da haben die Spieler ja von sich aus das große Interesse, dabei zu sein.

Sie wirken sehr optimistisch.

Eishockey hat immer noch ein Riesenpotenzial, es muss nicht in den Niederungen der öffentlichen Wahrnehmung rumdümpeln, wie es jahrelang war. Wenn man sich an die letzte Heim-WM erinnert...

Die war 2010.

Stimmt, mit dem Eröffnungsspiel in der Schalke-Arena vor 70.000 Leuten, das war ein Traum. Ich war selber im Stadion, habe diese ungemeine Euphorie gesehen. Das können wir 2017 wieder schaffen. Wir haben gute Spieler, einen guten Trainer – warum also nicht optimistisch sein? Der Deutschland-Cup kommt da gerade recht. Die Spiele gegen die Schweiz sind ja meistens Duelle auf Augenhöhe, bei den Kanadiern muss man immer schauen, mit welcher Mannschaft sie am Ende da sind – und die Slowakei ist immer spielstark. Ich freue mich auf das Kräftemessen.

Vom EHC Red Bull München gibt Konrad Abeltshauser sein Debüt für Deutschland.

Er ist mit schon in der DEL aufgefallen – und hat mich beeindruckt. Der kann ein richtig Guter werden. Er ist ja sehr groß, hat dafür aber herausragenden läuferische und technische Fähigkeiten. Der kann ein richtig Großer werden und ein Eckpfeiler der deutschen Mannschaft, wenn er mit seiner Entwicklung so weitermacht. Wie ich schon sagte, wir haben tolle Spieler. Etwa Dominik Kahun, der ist zwar jetzt beim Deutschland-Cup nicht dabei, aber solche Talente findest du nur alle Jahre mal. Was der aufs Eis zaubert, das macht mir richtig Spaß. Ich schaue ihm sehr gerne zu.

Wie sehr leiden Sie denn zur Zeit eigentlich mit Ihrem Ex-Verein Düsseldorfer EG, der ja in der Tabelle weit unten steht?

Mei, ich trage meine Ex-Vereine Düsseldorf, Köln und München im Herzen. Deswegen tut es natürlich schon ein bisschen weh, aber ich denke, dass die da schon wieder unten rauskommen. Bei München habe ich in den Playoffs der vergangenen Saison sehr mitgefiebert, die sind so was von verdient Meister geworden, das war beeindruckend.

Verschwenden Sie noch Gedanken an die eigene Trainerkarriere?

Ich habe es noch nicht zu Grabe getragen, denn es macht mir schon Spaß, aber das Angebot muss auch stimmen. Ich habe mir aber auch ein zweites Standbein aufgebaut, ich mache Eishockey-Events für Firmen, das ist eine witzige Sache. Auch die erste deutsche Eishockey-Meisterschaft für Hobbymannschaften organisiere ich mit. Die wird übrigens an der Brehmstraße in Düsseldorf ausgetragen.

Ihrer alten Wirkungsstätte mit der DEG.

Es waren tolle Zeiten dort – mit tollen Erinnerungen.

Vom Eishockey kommen Sie aber nicht wirklich weg.

(lacht) Nein, das ist der Sport, den ich liebe, seit ich ein Kind bin. Das bleibt.

 

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