AZ-Interview Debütant Kastner und der König der Lüfte

Ist beim EHC Red Bull München zum Nationalspieler gereift: Maximilian Kastner (l.). Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Maximilian Kastner, Stürmer des EHC Red Bull München, spricht in der AZ über seine Premiere in der deutschen Nationalmannschaft, Marco Sturm – und sein Lieblingstier, den Bundesadler.

 

München - Die Abendzeitung hat mit Maximilian Kastner gesprochen. Der 23-jährige Garmischer spielt seit 2015 beim EHC Red Bull München, beim Deutschland-Cup gab er jetzt sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft.

AZ: Maximilian Kastner, deutscher Nationalspieler: Das hört sich ziemlich gut an, oder, Herr Kastner?
MAXIMILIAN KASTNER: Das hört sich aber sowas von gut an! Ich muss zugeben, ich bin sehr, sehr stolz. Es war, seit ich ein kleiner Bua bin, immer mein Traum, für Deutschland zu spielen. Dass es jetzt beim Deutschland-Cup geklappt hat, ist natürlich ein ganz besonderer Tag für mich.

Der Bundesadler ist also Ihr absolutes Lieblingstier.
(lacht) Das war er schon immer, jetzt mag ich ihn noch mehr.

Wie nervös waren Sie denn vor Ihrem Debüt für Deutschland?
Schon sehr! Da war den ganzen Tag über so ein spezielles Kribbeln da. Ich war recht nervös und in dem Moment, als ich das Nationaltrikot dann das erste Mal übergestreift habe, wurde es noch schlimmer. Aber das hat sich dann während der Partie gelegt. Da habe ich einfach nur das gemacht, was ich liebe, was ich am besten kann: Eishockey spielen. Natürlich war anfangs auch ein bisserl Angst da, dass man Fehler macht. Aber dann sieht man, dass man mithalten kann. Und es reißt einem auch keiner den Kopf runter, wenn man wirklich mal einen Fehler macht. Man muss nur aus ihnen lernen. Aber die Qualität ist schon noch mal höher als in der DEL.

Auch Ihr Teamkollege vom EHC Red Bull München, Konrad Abeltshauser, hat sein Debüt gegeben. Haben Sie zusammen gefeiert?
Wir haben nach dem Turnier zusammen mit einem Bier drauf angestoßen. (lacht)

Ganz der brave Eishackler! Ihre Familie war ja auch bei Ihrem Debüt im Stadion!
Ja, meine Eltern waren am Freitag im Stadion, meine Brüder waren leider verhindert, weil sie selber Eishockey spielen mussten. Aber natürlich war das für eine so eishockeyverrückte Familie, wie wir es sind, ein denkwürdiger Tag. Nicht nur für mich allein. Meine Eltern waren schon megastolz.

Mussten Abeltshauser und Sie eigentlich vor der Debüt-Partie ein spezielles Ritual durchlaufen?
Nicht wirklich. Wir durften in der Kabine das Line-Up vorlesen, das war’s dann aber schon. Dass der Kony und ich das alles gemeinsam erleben durften, hat es eigentlich noch schöner gemacht. Wir sind auch wirklich super in der Nationalmannschaft aufgenommen worden, haben in der Kabine viel gelacht. Es ist eine sehr gute Truppe und ich hoffe, dass ich noch öfter dabei sein werde. Und es war vollkommen ungewohnt, dass in der Kabine alle Ansprachen auf Deutsch gehalten werden, eigentlich wird da ja fast überall nur noch Englisch gesprochen. (lacht)

Bundestrainer Maro Sturm hat das eingeführt.
Ja, Deutsch in der deutschen Nationalmannschaft, das ist schon sehr ungewöhnlich. (lacht)

Jetzt – als Nationalspieler – können Sie Ihr Rückentattoo ausbauen, etwa die Daten des Debüts eintätowieren lassen.
Irgendwas werde ich mir vielleicht einfallen lassen, denn das Debüt war ein Erlebnis, das mich mein Leben begleiten wird. Ich habe ja schon auf dem Rücken die bayerische und die deutsche Flagge, eine Torwartmaske und Eishockeyschläger, dazu den Schriftzug: "Follow your dreams and never give up hope." Das ist ein bisschen mein Lebensmotto: Folge deinen Träumen und gib nie die Hoffnung auf.

Bundestrainer Sturm war ja eines Ihrer Vorbilder in der Jugend.
Auf jeden Fall, deswegen war es für mich eine ganz besondere Ehre, ihn zu treffen, mit ihm zu sprechen, von ihm trainiert zu werden. Marco ist, glaube ich, ein Vorbild für alle Spieler, er hat allen gezeigt, dass man auch von Deutschland aus die NHL erobern kann. Das wäre ein Traum von mir. Ein Traum ist bereits in Erfüllung gegangen, aber ich habe noch andere.

Gab es nach Ihren ersten Länderspielen eine Reaktion von Bundestrainer Sturm auf Ihre Leistung?
Ja, er hat gesagt, ich soll genauso weitermachen, ich soll weiter hart an mir arbeiten, überhaupt hart arbeiten, denn das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Und Ihre Reaktion?
(lacht) Ich habe ihm gesagt, dass ich gar nicht vorhatte, damit aufzuhören.

 

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