AZ-Interview Copado über den Schwager: "Brazzo ist mein bester Freund"

Gute Kumpels: Copado (l.) und Salihamidzic im Jahr 2006 nach einem Bundesligaspiel. Foto: imago/MIS

Der ehemalige Hoffenheimer Francisco Copado spricht in der AZ über Schwager Salihamidzic und seine Zeit bei der TSG: "Als Newcomer hatten wir das Glück, dass wir ein bisschen unterschätzt wurden."

 

Der 43-Jährige Copado spielte in der Bundesliga unter anderem für den HSV, Unterhaching und Frankfurt. Von 2006 bis 2008 schaffte er mit der TSG Hoffenheim den Durschmarsch von der Regionalliga in die erste Liga. Heute trifft sein ehemaliges Team auf den FC Bayern um Sportdirektor Hasan Salihamidzic (ab 15:30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker).

AZ: Herr Copado, Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic ist schon lange mit Ihrer Schwester verheiratet. Geben Sie Ihrem Schwager beim Familienessen eigentlich auch mal Tipps für Spielertransfers?
FRANCISCO COPADO: (lacht) Nein, nein. Beim Essen reden wir über vieles, aber nicht über Fußball. Wirklich nie. Jeder von uns beiden macht beruflich sein Ding. Und Brazzo macht das beim FC Bayern bestens. Er wird für seine Arbeit ja auch gelobt im Verein. Brazzo fühlt sich einfach wohl bei Bayern, schon immer.

Sie haben Brazzo einmal als Ihren besten Freund bezeichnet.
Ja, und das ist bis heute so. Brazzo und ich kennen uns seit 1994, das ist eine lange Zeit, wir haben viel zusammen erlebt. Er ist mein Schwager - und auch mein bester Freund.

Beim Golfen ist "Brazzo" besser

Dann wird er es Ihnen ja nicht übel nehmen: Der filigranere Fußballer waren schon Sie.
Wir waren auf jeden Fall ganz verschiedene Spielertypen, das stimmt. Ich glaube, dass der Brazzo als Fußballer mehr erreicht hat als ich.

Wie sieht es beim Golf aus?
Auch da ist er ein bisschen besser, ich versuche näher an ihn ranzukommen.

Heute treffen Salihamidzic und der FC Bayern auf 1899 Hoffenheim. Sie haben fast zweieinhalb Jahre für die TSG gespielt, den Aufstieg 2008 in die Bundesliga miterlebt. Welche Verbindung haben Sie noch zu Hoffenheim?
Der Kontakt ist nicht mehr so eng, aber ich fiebere schon noch mit. Ich hatte bei all meinen Vereinen eine schöne Zeit, bin fünfmal aufgestiegen, habe ein DFB-Pokal-Finale gespielt (2006 mit Eintracht Frankfurt 0:1 gegen Bayern, Anm. d. Red.). Die längste und erfolgreichste Phase für mich war bei Hoffenheim. Eine sehr schöne Zeit.

TSG Hoffenheim als Erstliga-Debütant unterschätzt

2008 waren Sie sogar Herbstmeister und haben die Bayern mächtig geärgert.
Wir hatten damals wirklich einen sehr guten Start in die Bundesliga und eine tolle Mannschaft. Natürlich hatten wir als Newcomer auch das Glück, dass wir ein bisschen unterschätzt wurden. Aber wir wussten auch alle, dass es schwierig wird, das über die ganze Saison zu halten.

Am Ende wurde Hoffenheim Siebter, aktuell ist das Team von Julian Nagelsmann Neunter. Wie sehen Sie die Entwicklung der TSG?
Hoffenheim spielt das zweite Jahr nacheinander im ersten Drittel mit. Dort wird sehr gute Arbeit geleistet, gerade mit jungen Spielern. Julian Nagelsmann macht einen super Job, vor seinem Weg habe ich großen Respekt. Es ist normal, dass die besten Spieler irgendwann woanders hingehen, weil sie international spielen wollen. Hoffenheim ist aber eine gute Plattform.

"Klasse und Cleverness setzen sich durch"

Glauben Sie nicht, dass Dietmar Hopp, der so viel Geld in den Klub gesteckt hat, irgendwann Meister werden will?
Wir haben die Bayern, die spielen jedes Jahr um die Meisterschaft, dazu Verfolger wie Dortmund, Schalke, Gladbach. Hoffenheim gehört zu diesen Teams, aber zwischen Bayern und dem Rest der Liga klafft ein großer Abstand. Am Ende setzt sich die Klasse und Cleverness der Bayern durch.

Sie haben ja auch einen Bezug zu Bayern - nicht nur wegen Brazzo ...
Stimmt. Mein kleiner Sohn spielt in der U14 bei Bayern, und während meiner Ausbildung zum Fußball-Lehrer habe ich mein Praktikum bei Bayern absolviert, acht Wochen lang. Klar: Bayern ist die große Nummer hier in München.

Was haben Sie sich für Ihre Trainerkarriere vorgenommen? Sie hatten ja schon einige Stationen im Herrenbereich.
Natürlich möchte man so hoch wie möglich trainieren. Die nächsten zwei, drei Jahre würde ich gerne im Nachwuchsbereich arbeiten. Irgendwann will ich dann wieder in den Herrenbereich wechseln und schauen, wie weit es gehen kann.

Lesen Sie hier: FC Bayern gegen 1899 - Heynckes vs. Nagelsmann: Eine besondere Premiere

 

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