AZ-Interview Café auf dem Partnachplatz: Julian Hahn erklärt die Idee

Der Partnachplatz von Norden aus gesehen (links) - und so wie er in der Süd-Ansicht bald wirken könnte. Foto: Visualisierung Otto Müller, Jasmin Menrad

Gastronom Julian Hahn erzählt, warum er der U-Bahnstation aufs Dach steigt, niemand bei ihm kaufen muss und wie weit seine Pläne für ein weiteres Café sind.

 

Sendling - Sein Bauwagen-Café Gans am Wasser kennen viele Menschen aus dem Viertel: Jetzt will Julian Hahn (27) vom Kulturverein Wannda mit seinem Bruder Daniel sowie Florian Jund und Philipp Behringer dem Partnachplatz neues Leben einhauchen.

AZ: Herr Hahn, warum wollen Sie den Partnachplatz aufwerten?
Julian Hahn: Ich bin dort in der Nähe aufgewachsen und lebe da immer noch. Mein Bruder Daniel und ich hatten vor Jahren schon unabhängig voneinander die Idee, einen Treffpunkt beziehungsweise Dachgarten auf das Dach zu bauen.

Weshalb jetzt?
Ich stehe im guten Kontakt mit dem Bezirksausschuss, auch wegen des Café Gans am Wasser. Als dort eine Gruppe zur Umgestaltung des Partnachplatzes gegründet wurde, haben wir beim BA angeklopft, ob wir Chancen mit unserer Idee haben und ein Konzept entwickelt, das unsere befreundeten Architekten Otto Müller, Tobias Fink und Andrea Pavkovic umgesetzt haben. Bei einer Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Partnachplatzes hatten wir uns schon eingebracht und mit anderen Anwohnern viele Ideen gesammelt.

Hahn: "Wir wollen freigestaltete Sitzgelegenheiten schaffen"

Wie soll das Café ausschauen?
Es ist über zwei Treppen und einen Aufzug zu erreichen und hat zu den Anwohnerhäusern hin feste Elemente. Zum Partnachplatz öffnet es sich zur Sonne. 400 Quadratmeter wird es groß, 140 davon drinnen. Die Gäste sitzen auf dem Dach zwischen den Bäumen und blicken auf das urbane Treiben. Das stelle ich mir total schön vor. Wir wollen freigestaltete Sitzgelegenheiten schaffen wie das Podest im Gans am Wasser, wo die Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Zudem sollen Gemeinschaftsbeete entstehen für die Anwohner.

Im Gans am Wasser ist Selbstbedienung und kein Konsumzwang.
Ja, so wollen wir es auch auf dem Partnachplatz machen. Da kommt nicht ständig jemand und fragt, ob man was trinken möchte oder zahlen. Klar wollen wir nicht, dass die Gäste eigene Getränke mitbringen, aber sie müssen nichts kaufen, sondern können einfach da sein. Dazu ist uns das Kulturprogramm sehr wichtig. Wir wollen eine Kleinkunstbühne mit Vorträgen, Diskussionen, Workshops und kleinen akustischen Konzerten anbieten.

Hahn: "Als nächstes lassen wir die Statik prüfen"

Klingt hip. Wird das teuer?
Nein, wir wollen mit unseren Preisen wie beim Gans am Wasser unter den Münchner Preisen bleiben. Da gibt's den Cappuccino für 2,90 Euro und frisch gemachtes Essen für 7,90 Euro.

Den BA habt ihr auf eurer Seite. Wen müsst ihr jetzt überzeugen?
Als nächstes lassen wir die Statik prüfen. Die Unterlagen werden uns netterweise von den Stadtwerken zur Verfügung gestellt. Grundsätzlich ist die Stimmung bei allen Beteiligten sehr positiv, und das freut uns schon mal sehr. Es wird in diesem Fall aber mehrere beteiligte Fachstellen geben, da es sich um ein öffentliches Verkehrsgebäude handelt. Das macht es nicht unbedingt einfacher.

Es kann also noch dauern?
Ja, noch haben wir die Idee erst vorgestellt und sind in ersten Gesprächen. Erfahrungsgemäß dauert so ein Projekt seine Zeit und meistens auch etwas länger als erhofft. Vielleicht im Sommer 2021.

Lesen Sie hier: Ruf nach Grillverbot im Westpark wird lauter

 

2 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading