AZ-Interview Braydon Hobbs: "Bayern ist eines der besten Teams in Europa"

Braydon Hobbs (30) spielte von 2017 bis 2019 für den FC Bayern Basketball. Im Sommer wechselte der Point Guard zu den EWE Baskets Oldenburg. Foto: imago images / osnapix

Der FC Bayern ist in Oldenburg zu Gast und trifft dort auf einen alten Bekannten: Braydon Hobbs. In der AZ spricht er über seinen neuen Klub, die Zeit in München und sein besonderes Verhältnis zu Marko Pesic.

 

München - Der US-Amerikaner Braydon Hobbs (30) spielte von 2017 bis 2019 für den FC Bayern Basketball. Im Sommer wechselte der Point Guard zu den EWE Baskets Oldenburg.

AZ: Herr Hobbs, wie geht es Ihnen, nachdem Sie im Sommer vom FC Bayern Basketball zu den EWE Baskets Oldenburg gewechselt sind?
BRAYDON HOBBS: Gut. Ich bekomme sehr viel Spielzeit und mehr Verantwortung. Das ist viel besser als zuletzt bei Bayern. Meiner Familie gefällt es auch sehr, auch wenn es im Norden etwas anders ist als im Süden.

Haben sich Ihre neuen Teamkollegen eigentlich schon an Ihre No-Look-Pässe gewöhnt?
(lacht) Ich glaube schon und habe zumindest noch keinen Mitspieler am Kopf getroffen oder so. Ich spiele ja schon eine Weile in der Liga, sie wussten also in etwa, was sie von mir erwarten können.

Hobbs: "Ich freue mich, meine alten Teamkollegen zu sehen"

Freuen Sie sich nun auf das Heimspiel am Sonntag (18 Uhr) gegen Ihren Ex-Klub?
Ich persönlich freue mich natürlich schon, gegen sie zu spielen, meine alten Teamkollegen und meinen Ex-Coach zu treffen. Ich versuche, es wie jedes andere Spiel anzugehen und mein Bestes zu geben. Das wird eine schöne Herausforderung für uns. Wir haben ein paar Spiele im Eurocup verloren und werden versuchen, zurückzuschlagen. Bayern ist im Pokal gegen Bonn rausgeflogen, hat nun aber ein großartiges Spiel in der Euroleague geliefert und Villeurbannes mit 41 Punkten (104:63; d. Red.) geschlagen. Sie wollen jetzt sicher auch in der Liga ein Statement setzen.

Welchen FC Bayern erwarten Sie am Sonntag, die Pokal- oder die Euroleague-Bayern?
Ich erwarte sie schon so, wie sie in der Euroleague aufgetreten sind. Das war sehr stark. Die Bayern sind eines der besten Teams in Europa. Wir wollen gegen sie unseren besten Basketball spielen – und dazu Spaß haben.

Hobbs: "Im Basketball ist immer alles möglich"

Könnte Bonn da ein Beispiel für Sie sein?
Das war ein großer Sieg für Bonn. Vielleicht können wir es ähnlich machen und das Gleiche schaffen. Im Basketball ist immer alles möglich.

Das haben Sie mit Bayern in Oldenburg bei einigen Niederlagen ja auch erleben müssen.
Das stimmt. Es ist nie einfach, in Oldenburg zu spielen. Die Ausgangslage ist jetzt aber ein bisschen anders. Bayern tritt – im Gegensatz zu uns beim letzten Spiel – fast mit dem kompletten Kader an. Trotzdem wird es auch dieses Mal eine große Herausforderung für sie. Wir sind bereit.

Welche Insider-Tipps können Sie Ihrem Team geben?
Bayern ist eines der besten Defensiv-Teams in Europa. Da müssen wir in der Offensive sehr präzise sein, dürfen keine schlechten Würfe nehmen oder uns unnötige Ballverluste leisten. Wir müssen ihrem Druck standhalten und ihre Defensive besiegen.

Wollen Sie Bayern und Alba Berlin mit Oldenburg im Kampf um die Meisterschaft herausfordern?
Wir haben nicht den besten Saisonstart erwischt. Aber auch wir spielen noch nicht den besten Basketball, den wir spielen können. Natürlich wollen wir Bayern und Alba herausfordern. Das sind aber zwei sehr starke Mannschaften. Es wird also sicher nicht einfach.

Hobbs: "Ich habe großartige Erinnerungen an Bayern"

War die fehlende Spielzeit der Hauptgrund, warum Sie sich im Sommer für den Wechsel entschieden haben?
Ich bin jetzt 30 und solange ich es körperlich noch kann, will ich auch spielen – und zwar möglichst viele Minuten. Der Coach hier vertraut mir eine Hauptrolle an, als Starting-Point-Guard. Das genieße ich und versuche, das Team, so gut ich kann, als Leader zu führen.

Wie denken Sie nun an Ihre Zeit bei Bayern zurück?
Ich habe großartige Erinnerungen an Bayern. München ist eine fantastische Stadt. Meine Familie und ich haben uns dort sehr wohlgefühlt. Ich hatte super Teamkollegen und viele tolle Erfahrungen dort. Ich kann nur Positives über meine Zeit bei Bayern sagen. Die habe ich sehr genossen und ja auch ein paar Titel gewonnen. Jetzt bin ich in Oldenburg und hoffe, dass wir auch dort Erfolge und viel Spaß haben werden.

Was war Ihr Highlight in Ihrer Bayern-Zeit?
Das war der Pokalsieg 2018. Damals hatte ich unter Sascha (Djordjevic; d. Red.) eine ziemlich große Rolle im Team. Wir haben auch zwei Meisterschaften gewonnen. Aber im ersten Jahr war ich lange verletzt und im zweiten habe ich nicht so viel gespielt. Der Pokalsieg ist also meine beste Erinnerung – zumindest auf dem Court. Ein anderes Highlight ist definitiv, dass mein Sohn in München geboren wurde. Es geht eben nicht immer nur um Basketball.

Hobbs: "Ich habe Marko Pesic sehr viel zu verdanken"

FCBB-Geschäftsführer Marko Pesic schwärmt noch immer von Ihnen – und Ihrer positiven Art, Ihrem Teamspirit.
Das ist schön zu hören. Ich versuche, immer positiv – und ich selbst – auf dem Court zu sein. Das ist ihm wohl aufgefallen. Wir hatten immer ein gutes Verhältnis und sind noch regelmäßig in Kontakt. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken.

Er möchte Sie gerne nach Ihrer Karriere zurück zu Bayern holen. Ist das eine Option für Sie?
Klar, warum nicht. Es haben mich schon ein paar Leute angesprochen, ob ich nicht vielleicht mal Trainer werden möchte. Ich will mir da alle Optionen offenhalten. Vielleicht kommt es tatsächlich mal dazu, wenn ich mal aufhöre, mich dazu entscheide, in Europa zu bleiben und in den Coaching-Bereich zu gehen. Das könnte eine tolle Erfahrung sein.

Genau wie Ihr Plan, mal zum FBI oder der DEA zu gehen. Sie haben Kriminalistik studiert.
Auch das ist durchaus immer noch eine Möglichkeit. Du weißt nicht, was die Zukunft bringen wird. Ich werde mir da keine Tür verschließen.

Lesen Sie hier: Euroleague - Bayern München rehabilitiert sich gegen Villeurbanne

 

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