AZ-Filmkritik "Transformers: The Last Knight": Die Roboter der Tafelrunde

, aktualisiert am 22.06.2017 - 12:06 Uhr
Transformers Hauptdarsteller Mark Wahlberg bei der Weltpremiere in London. Foto: dpa

Auch dem fünften Teil der "Transformers" fehlt es völlig an Grips und Charme.

 

Autos, Flugzeuge und Raumschiffe, die sich mit ein paar Handgriffen zu Robotermonstern umbauen lassen: Damit hat der US-Spielzeughersteller "Hasbro" in den Achtzigern ein Vermögen verdient. Die Transformers-Figuren bedienten gleichermaßen die Allmachtsfantasien und die Technikbegeisterung kleiner Jungs. Einer von ihnen hieß Michael Bay. Der feierte später als Regisseur mit Filmen wie "Armageddon" Kassenerfolge und durfte sich deshalb den Kindheitstraum erfüllen, die Transformers auf der Kinoleinwand zum Leben zu erwecken.

Mark Walberg ist der menschliche Hauptheld

Die ersten vier "Transformer"-Filme haben weltweit fast 3,8 Milliarden Dollar eingespielt. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Schließlich ist gerade erst Mark Wahlberg als menschlicher Hauptheld an Bord gekommen. Sein Cade Yeager ist der einzig verbliebene Freund der sogenannten Autobots, die von der CIA mit unerbittlicher Härte verfolgt werden.

Aber in "Transformers: The Last Knight", dem fünften Teil der Reihe, geht es nicht nur um den ewigen Kampf zwischen Mensch und Maschine, sondern auch um den Ursprung der Transformers. Schon mit dem guten alten König Artus sollen die Roboter an der Tafel gesessen und sich dem Schutz der Menschheit vor den bösartigen Decepticons verschrieben haben. Deren Schöpferin ist mit einem planetengroßen Raumschiff unterwegs, um die Erde zu vernichten. Und los geht es mit einem mythologisch notdürftig untermauerten Weltenretterplot, der nur als narratives Stützgewebe für Flucht- und Kampforgien im gefühlten Zehn-Minuten-Takt dient.

Mischung aus Rittersaga und Science-Fiction

Mit von der Partie ist auch Anthony Hopkins, der sich bekanntlich für nichts zu schade ist, solange es die Rentenkasse aufbessert. Als Adelspatron kommt ihm die Aufgabe zu, die zwischen Rittersaga und Science-Fiction baumelnde Handlung durch Erklärungen nachvollziehbar zu machen. Vergeblich versucht der Film an gehaltvollere Blockbusterwerke wie "X-Men" anzuknüpfen, aber dafür fehlt dem Drehbuch der Grips und den Roboter-Figuren der Charme.
Trotz cooler Sprüche wollen sich die Roboter auch diesmal nicht in tragfähige Charaktere transformieren.


Regie: Michael Bay (USA, 152 Min.)
Kinos: Museum-Lichtspiele, Cinema (OV), Mathäser (auch OV), CinemaxX, Royal, Gloria

 

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