AZ-Filmkritik "What happened to Monday" - Die identischen Sieben

Karen Settmann (Noomi Rapace) ist die Kunstfigur, die alle Schwestern vereint. Foto: Splendid Film

Tolle Prämisse, tolle Hauptdarstellerin: Leider hält "What happened to Monday" seine Spannungskurve nicht bis zum Ende.

 

"Blade Runner 2049", "The Arrival" und Fernsehserien wie "Orphan Black" und "Star Trek: Discovery" zeigen: Science Fiction ist wieder in. Dabei sind die Welten, die Regisseure und Autoren entwerfen, gerade alles andere als optimistisch. Eine Dystopie reiht sich an die andere. Eigentlich verständlich: Aktuell ist auch die echte Welt kein guter Ort. Da sind Science-Ficition-Filme meist nur die logische Fortsetzung eines allzu bekannten Trends.

So auch Tommy Wirkolas Thriller "What happened to Monday". Im Jahr 2073 ist die Erde dermaßen überbevölkert, dass die Regierung eine strenge Ein-Kind-Politik fährt. Um den Status Quo zu wahren, geht die dafür zuständige Behörde unter Leitung von Nicolette Cayman (Glenn Close) notfalls über Leichen. Trotzdem schafft es Terrence (Willem Dafoe) schon seit Jahren, seine sieben Enkeltöchter (alle gespielt von Noomi Rapace) unbeobachtet groß zu ziehen. Das Geheimnis der Siebenlinge: Jede trägt den Namen eines Wochentags und darf auch nur an diesem Tag nach draußen, an dem sie in die Rolle von Karen Settman schlüpfen muss. Den Rest der Zeit verbringen die Schwestern in ihrer gemeinsamen Wohnung. Doch dann taucht Monday eines Tages nicht mehr auf.

Noomi Rapace schafft es sieben Charaktere glaubhaft zu spielen

Zunächst mag man nicht glauben, dass Regisseur Tommy Wirkola vor allem durch die Splatter-Komödie "Dead Snow" und "Hänsel und Gretel: Hexenjäger" bekannt ist. Denn im ersten Teil des Thrillers geht es ziemlich subtil zu. Er lebt von der interessanten Prämisse und vor allem von Noomi Rapace, die es schafft, glaubhaft sieben unterschiedliche Charaktere zu spielen und zu eigenen Personen zu machen.

Leider bricht bei Tommy Wirkola dann aber doch irgendwann der Action-Regisseur durch. Spätestens, als das Geheimnis der sieben Schwestern auffliegt, wird "What happened to Monday" zu einem vorhersehbaren Action-Spektakel. Das ist schade, denn aus der Grund-Konstellation und Noomi Rapaces schauspielerischer Finesse hätte sich noch einiges herausschlagen lassen. So besticht "What happened to Monday" durch ein spannendes Konzept. Und die tolle Hauptdarstellerin schafft es, auch die späteren Teile des Films über den Durchschnitt zu heben.


Kinos: Museum-Lichtspiele, Gloria (beide OV), Mathäser (auch OV), Monopol (auch OmU)
Regie: Tommy Wirkola (GB/F 2017)

 

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