AZ-Filmkritik "Stuber – 5 Sterne Undercover": Unter männlicher Spannung

Kleiner, sanfter Taxifahrer (Kumail Nanjiani) und riesiger, grober Cop (Dave Bautista) auf harter Mission. Foto: Concorde

Zwischen Uber und Mörderjagd: Der Actionthriller "Stuber – 5 Sterne Undercover".

 

Wann ist ein Mann ein Mann, fragte vor 35 Jahren mit Hintersinn Herbert Grönemeyer. Eine klare Antwort darauf fällt in einer zunehmend komplexeren (Beziehungs-)Welt immer schwerer.

Umso erstaunlicher, dass nun ausgerechnet die nach Schema F konstruierte US-Actionkomödie "Stuber – 5 Sterne Undercover" in der Schnittmenge seiner Hauptfiguren einen männlichen Idealtypus konstruiert. Auf der einen Seite steht der Macho-Polizist Vic (Dave Bautista): ein analoger Tatmensch, der lieber handelt als verhandelt. Eine Augen-OP verhindert, dass sich der bullige Haudrauf ins Auto setzen kann, um den Mörder seiner Ex-Partnerin, Drogendealer Tedjo (Iko Uwais), zu jagen.

Unelegante Action und ideenloses Drehbuch

Nun kommt Stu (Kumail Nanjiani) ins Spiel, ein reflektierter, jedoch viel zu gutmütiger Pakistani, der sich als Uber-Fahrer ein paar Dollar hinzuverdienen will. Sein nächster und vorerst letzter Fahrgast, nämlich Vic, raubt ihm bei der Hatz nach Tedjo durch die schlimmsten Orte von L.A. die Nerven. Der sensible Stu ist aber für weitere Buchungen auf Vics 5-Sterne-Bewertung angewiesen und fügt sich gefrustet seinem Schicksal. Ein digital erzeugter Bewertungs-Druck, der heute keineswegs übertrieben scheint. Übertriebe aber sind die uneleganten, überbrutalen Actionsequenzen und Stus in der deutschen Synchronfassung ärgerlich schriller indischer Akzent.

Sterneabzug gibt es für "Stuber" neben der aufdringlichen Uber-Dauerwerbeschleife auch für das ideenlose Drehbuch von Tripper Clancy, der bereits für den Schweiger/Schweighöfer-Flop "Hot Dog" verantwortlich war und sich hier plump aus dem Fundus von 80er Jahre Buddy-Movies wie "Lethal Weapon" bedient.

So können auch die beiden engagierten, unverbrauchten Hauptdarsteller und ihr Ringen um den richtigen "männlichen" Weg – Gefühle zulassen, zuhören, auch mal leise, dann aber wieder bestimmt und selbstbewusst auftreten – nicht viel retten.


Kino: Mathäser sowie Museum (OV); Regie: Michael Dowse (USA, 93 Min.)

 

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