AZ-Filmkritik "Hunter Killer": Wie in den seligen Zeiten des Kalten Krieges

Gerard Butler als Kapitän des U-Boots. Foto: Concorde

U-Boot-Thriller wie "Hunter Killer" gab es schon viele. Und der Film bietet nichts Neues.

 

Hunter Killer: So heißen Jagd-U-Boote, die zur Aufklärung wie zum Kampf eingesetzt werden. Und so lautet der Titel eines neuen U-Boot-Thrillers. Das klingt nach einem Anachronismus – und der Film ist auch einer.

Ein U-Boot der USA sucht im Arktischen Ozean nach verschollenen Kameraden, unter Führung des Kapitäns Joe Glass (Gerard Butler). Die Fahrt führt direkt vor einen russischen Marine-Kommandoposten.

Der Dritte Weltkrieg droht

Gleichzeitig wird ein Navy-Seal-Team aus der Luft abgesetzt, um die Lage an Land zu erkunden. Bald ist klar: Es geht um einen Putsch. Der russische Verteidigungsminister provoziert eine Konfrontation mit den USA, um Volk und Militär hinter sich zu bringen. Der Dritte Weltkrieg droht.

Nur die U-Boot-Besatzung und die Navy Seals können den Weltfrieden retten und möglicherweise der russische U-Boot-Kapitän Andropow (knarzig-wortkarg gespielt vom 2017 gestorbenen Michael Nyqvist), den die US-Seemänner aus dem Eismeer gerettet haben. Gary Oldman als kriegstreiberischer oberster US-Militär und Caroline Goodall als US-Präsidentin (und Hillary-Clinton-Double) vervollständigen den gut besetzten Cast.

Kein neuer Umgang mit dem Genre

U-Boot-Jagden im Eismeer, eine russisch-amerikanische Konfrontation, die Bedrohung des Weltfriedens – all das gab es nämlich schon, und zwar mehr als einmal.

Es ist nicht verboten, Genrefilme zu drehen, doch das Wie ist entscheidend. Findet man eine neue Art des Umgangs mit dem Bekannten? Das haben die Macher von "Hunter Killer" nicht versucht.

Eindimensionale Charaktere, jede Menge Klischees

Der Film ist optisch auf der Höhe der Zeit. Es gibt schnelle Schnitte sowie ein paar schöne Kamerafahrten über verschneite Hänge und graues Meer.

Aber die Charaktere sind recht eindimensional, dazu gibt es jede Menge Klischees: Der einsame Seebär Joe Glass wird bei der Hirschjagd in den schottischen Highlands von der Navy aufgespürt – und lässt nachdenklich den Bogen (!) sinken, weil dem Bock eine Ricke und ein Kitz folgen. Auch harte Männer haben halt eine weiche Seite.

Die Feindbilder sind so klar verteilt wie in den seligen Zeiten des Kalten Krieges. Und die Fahrten durch das enge U-Boot hat man in "Das Boot" schon klaustrophobischer gesehen.


Kinos: Mathäser (auch OV), Museums-Lichtspiele (OV), Cinemaxx, R: Donovan Marsh (USA, 122 M.)

 

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