AZ-Filmkritik "Die Grundschullehrerin" - Das Leben als harte Schule

Tragikomisch mit gutem Ausgang: Die Grundschullehrerin (Sarah Forestier) und einer (Vincent Elbaz), der es gut mit ihr meint. Foto: Alamode

Sara Forestier überzeugt als Hauptdarstellerin in dem französischen Film "Die Grundschullehrerin".

 

Kinder haben es nicht leicht. Ständiger Druck, Konkurrenzkampf gehören zum Alltag. Schon in der Grundschule fängt der Ernst des Lebens an. Das ist in Frankreich nicht anders als in Deutschland. Nur mit dem Unterschied, dass die Kinder bei unserem Nachbarn erst nach der fünften Klasse in eine weiterführende Schule wechseln.

"Die Grundschullehrerin" ist aber mehr als nur eine Sezierung des Schulalltags der Kinder und Lehrer. Die Tragikomödie erzählt sowohl die Geschichte der Lehrerin Florence (Sara Forestier), von ihrem Verhältnis zu ihrem Sohn (Albert Cousi) und vom Leben des Rowdys Sacha (Ghillas Bendjoudi), dem das Leben schon so früh übel mitspielt. Regisseurin Hélène Angel schafft einen Film, der gleichzeitig berührt und aufklärt.

Sarah Forestier als liebevolle, aber überforderte Lehrerin

Florence lehrt an einer Schule in Grenoble und unterrichtet die fünfte Klasse. Unter ihren Schülern ist ihr Sohn, mit dem sie gemeinsam in einer Wohnung im Schulhaus lebt. Als eines Tages der schwierige Sacha in ihrer Klasse steht, setzt die Lehrerin alles daran, ihn nicht hängen zu lassen. Wut und Aggression sind Sachas Weg, um mit der Situation klar zu kommen.

Florence kann sich aber nicht allein auf Sacha konzentrieren, denn auch ihr Sohn macht eine schwierige Zeit durch, ihre Klasse braucht sie ebenfalls. Unterstützung bekommt sie von einigen ihrer Lehrerkollegen und dem Ex-Freund (Vincent Elbaz) von Sachas Mutter. Doch langsam aber sicher gerät ihre Welt aus den Fugen, ihre Qualitäten als Lehrerin werden auf die Probe gestellt.

Sarah Forestier spielt auf wunderbare Weise die engagierte und auf die Schule fokussierte, aber auch etwas überforderte Lehrerin. Ihr Spiel mit den Kindern ist liebevoll, aber streng. Genau so, wie man sich eine tolle Lehrerin vorstellt.

Gerade kleine Momente, wie die Situation mit dem aggressiven Sacha, werden großartig behandelt. Wer zunächst vermutet, dass seine Mutter ein Sozialfall ist, der irrt, und der Film schafft es so, dem Zuschauer zu beweisen, dass viele Probleme nicht unbedingt eine Frage des sozialen Status sind.


Kino: Arena sowie Theatiner (OmU); Regie: Hélène Angel (F, 105 Min.)

 

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