AZ-Filmkritik Der Klassiker neu erzählt: "Urfin - der Zauberer von Oz"

Urfin ist ein griesgrämiger Schreiner. Er hat Soldaten aus Holz geschaffen. Foto: peppermint/dpa

Beinahe 70 Jahre nach dem legendären Klassiker landet Dorothy wieder einmal mit magischen Silberschuhen an den Füßen landet und ihrem Hund Toto im heiteren Zauberland Oz. Mehr dazu in der AZ-Filmkritik.

 

Die Geschichte des Mädchens Dorothy, das mit seinem Hund Toto im Land der Munchkins landet und über den gelben Ziegelsteinweg zur Smaragdstadt geht, gehört zu den großen Klassikern der US-Literatur. Doch "Der Zauberer von Oz" wurde in den 1960er Jahren auch in Russland populär – mit einer leicht abgewandelten Geschichte: Der Märchenzyklus um Urfin und seine Holzsoldaten von Alexander Wolkow war auch in der DDR beliebt.

Mit dem Film "Urfin – der Zauberer von Oz" können jetzt kleine Kinogänger die fantasievolle Geschichte in einer animierten Fassung neu entdecken. Der Animationsfilm und seine Figuren beruhen in großen Zügen auf der Nachdichtung von Wolkow, zum Teil aber auch auf der amerikanischen Version. Wolkows Kinderheldin Elli und ihr Hund Totoschka zum Beispiel heißen wie bei Lyman Frank Baums Vorlage Dorothy und Toto.

Im Film wie in den Romanen verschlägt es das Mädchen und seinen Hund in ein Zauberland. Dort müssen sie viele Abenteuer bestehen, um wieder nach Hause zu kommen. Dorothy wird im Zauberland Oz schnell klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Denn der miesepetrige Schreiner Urfin unterdrückt mit seinen zum Leben erweckten Holzsoldaten das friedliebende Volk der Munchkins – und plant noch größere Missetaten. Hat er wirklich vor, die Smaragdstadt zu erobern?

Dorothy flimmert sehr selbstbewusst über die Leinwand 

Auf dem Weg dorthin müssen Dorothy und Toto viele Gefahren überwinden. Denn im Wald und im Untergrund von Oz lauern Säbelzahntiger, hungrige Oger und grausige Sechsfüßer. Doch Dorothy und Toto finden auch treue Freunde: den Löwenkönig, die Vogelscheuche und den Zinnmann. Für die neue Leinwandversion haben die Regisseure Vladimir Toropchin, Fedor Dmitriev und Darina Schmidt der Heldin viel Selbstbewusstsein verpasst, den Stoff auch insgesamt leicht modernisiert und für kleine Kinder zugänglich gemacht: Die Handlung ist auf Spielfilmlänge gestrafft, gruselige Situationen werden schnell aufgelöst, Charaktere mit bösen Absichten kommen als Tollpatsche daher, die Dialoge sind in einer leichten Sprache gehalten.

Der Film eignet sich mit seiner entschleunigten, farbenfrohen Märchenwelt vor allem für ein sehr junges Publikum. Er Film verzichtet – bis auf den Endkampf – auf großes Spektakel. "Urfin" kann sich letztlich zwar nicht mit den aktuellen Animationen aus Nordamerika oder Japan messen, doch mit den liebevoll gestalteten Figuren ist den Filmemachern eine unterhaltsame Adaption des Stoffes gelungen.


Kinos: Kino Solln, Mathäser

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading