AZ-Filmkritik "Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand": Die Kraft der 100 Herzen

Unbeirrt lenkt Allan (Robert Gustafsson) das Moped durch die Menge. Julius (Iwar Wiklander) und Benny (David Wiberg, ganz rechts) sind mit an Bord. Foto: Concorde Filmverleih GmbH/Nice FLX

Die schwedische Komödie "Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand" ist skurril und unterhaltsam.

 

Verfolgungsjagden stressen ihn nicht, Explosionen überlebt er ohne jede Schramme und bleibt dabei immer die Ruhe selbst: Der Greis Allan Karlsson (Robert Gustafsson), der als 100-Jähriger aus dem Altenheim floh und sich nach einer abenteuerlichen Reise auf Bali niederließ, wird in "Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand" von seiner Vergangenheit eingeholt.

Nach dem Welterfolg von Jonas Jonassons Bestseller "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand", dessen Verfilmung allein in Deutschland ein Millionenpublikum ins Kino gelockt hat, kommt nun der zweite Teil der Reihe und ist mindestens so amüsant wie sein Vorgänger. Der Film beruht zwar im Gegensatz zum ersten Teil nicht auf dem Roman, doch Autor Jonasson beteiligte sich maßgeblich am Drehbuch des Regie-Brüdergespanns Felix und Måns Herngren.

Die Komik lebt von der trocken-unbeeindruckten Art

Als ehemaliger Gelegenheits-Spion im Kalten Krieg entdeckte Allan damals eine köstliche Soda. Das Rezept für die Herstellung ist verschollen, und Allan und sein alter Freund Julius Jonsson (Iwar Wiklander) sind nicht die einzigen, die es verzweifelt suchen: Eine russische Bekannte, ein britischer Gangster und sogar die CIA sind den Überlebenskünstlern auf den Fersen.

Die Mischung aus realer und fiktiver Politik der 1970er Jahre in Kombination mit trockenem schwedischen Humor macht diese Filmreihe einzigartig. Die Komik lebt vor allem von der trocken-unbeeindruckten Art Allans: Er mogelt sich so unzerstörbar durch sein ewiges Leben und bereichert andere, dass man ihm noch viele weitere Geburtstage wünscht.


Kinos: Cinemaxx, Filmtheater, Mathäser, Münchner Freiheit

R: Felix Herngren (SE, 109 Min.)

 

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