AZ-Filmkritik "Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks": Kommt jetzt bald eine Druidin?

Miraculix will in Rente gehen! Obelix bräuchte den Zaubertrank ja nicht mehr. Foto: dpa/Universum

Die Gallier sind zurück im Kino! "Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks" respektiert das Dagewesene, weiß aber auch mit neuen Elementen zu überzeugen.

 

„Die drei Jahre bei Pixar waren toll, ich habe viel gelernt. Aber immer nur die Figuren mit den gleichen Handgriffen bewegen, reichte auf Dauer nicht. Ich wollte wieder kreativ sein“. So verließ Louis Clichy cool das weltberühmte US-Studio, drehte nach der Rückkehr Werbeclips und kleine persönliche Filme, inszenierte mit Alexandre Astier 2014 dann „Asterix im Land der Götter“, den ersten komplett am Computer entstandenen Film über die Gallier. In Deutschland mit über 500 000 Besuchern, im Heimatland Frankreich über drei Millionen.

Die 1959 von Autor René Goscinny und Zeichner Albert Uderzo geschaffenen Figuren haben in bisher 37 Alben in 110 Sprachen und Dialekten und 14 Filmen (Real-, Zeichentrick- und Animationsfilmen) nichts von Charme und Chuzpe verloren. Das Regie-Duo erstarrt dennoch nicht in Ehrfurcht vor dem Monument, respektiert die Humorbasis und die Figur-Konstellation, nimmt sich aber die Freiheit, etwas zu modernisieren – auch wenn’s etwas klamaukig wird.

In der neuesten Ausgabe stützen sie sich nicht mehr auf die Vorlage von Uderzo und Goscinny, sondern erzählen eine neue Geschichte. Und in der gibt es für die fidelen Dorfbewohner, die sich immer gerne prügeln, ein Problem: Das Problem ist Druide Miraculix mit seinem morschen Knochen. Auch Gallier kommen in die Jahre. Als er beim Kräutersammeln vom Baum fällt, will er in Rente, geht gemeinsam mit Asterix, Obelix und der kleinen cleveren Vitrine auf Suche nach einem Nachfolger.

Asterxi wirkt modern und zeitgemäß

Die gestaltet sich schwierig. Nicht nur wegen der Unfähigkeit des potenziellen Nachwuchses, sondern weil im Hintergrund Dämonix Intrigen spinnt, um ans Rezept zu kommen. Die mit Waffen rasselnden Römer sind natürlich – wie immer – schlichen Geistes, auch wenn sie kurz Oberwasser bekommen, weil den Galliern der Zaubertrank zu Neige geht und sie das Dorf im Handstreich erobern wollen. Aber ganz zeitgemäß, machen ihnen die Frauen einen Strich durch die Rechnung.

Mit Seitenhieben auf den Handy- und Technologiewahn wird nicht gespart, die Lehrlinge für den Zauberjob heißen Selfix oder Technofix und sehen trotz Jugend bei ihrer Bewerbungspräsentation ziemlich alt aus. An der Computeranimation gibt es nichts zu mäkeln, die Kombination von ausgefeilter Technik und französischem Witz funktioniert. Vielleicht auch, weil Clichy in der Vorbereitung immer noch auf die Zeichenkunst setzte, mit Modellen arbeitete. Mit Action hält das Abenteuer bei Laune, die neu eingeführte Figur der Vitrine könnte jüngere Zuschauer, vor allem Mädchen anlocken und vielleicht Miraculix beerben. Ein weiblicher Druide? Das wäre doch mal was. Warten wir die Fortsetzung ab.


Kino: Cinemaxx, Solln, Mathäser, Royal.

Regie: Louis Clichy, Alex Astier (F, 86 Min)

 

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