AZ-Aktion Münchner helfen Valentinas Traum von einem neuen Gesicht

Der Bogenhausener Verbrennungschirurg Milomir Ninkovic verlangt für Valentinas Behandlung kein Honorar. Der Klinikaufenthalt, Material und Personal müssen trotzdem finanziert werden. Insgesamt wird die Versorgung der jungen Frau mehr als 100 000 Euro kosten. Foto: Privat

Als sie sechs Monate alt ist, fällt eine brennende Kerze in ihre Wiege. Seitdem ist die junge Frau stark entstellt. Ein Münchner Arzt will ihr helfen, doch die Operationen sind teuer.

 

München - Eigentlich lacht Valentina gerne. Doch jedes Lächeln schmerzt die von einem Feuer stark entstellte 25-Jährige. „Manchmal ist es so schlimm, dass ich in Ohnmacht falle“, erklärt die junge Frau aus einem kleinen Dorf bei Pristina im Kosovo. Sie hofft, dass ihr ein Münchner Arzt eine neue Perspektive, ein Leben ohne Schmerzen, eine neue Haut geben kann.

„Krankenhäuser sind mein zweites Zuhause“, sagt Valentina. Kein Wunder, hat sie doch mehr als die Hälfte ihres Lebens in Kliniken verbracht. Der Grund: Als sie sechs Monate alt war, hatte ein Windstoß ein Fenster bewegt. Eine brennende Kerze fiel dabei in die Wiege des Mädchens. Mit verheerenden Folgen. Haut, Haare und Finger verbrannten. Die Ärzte mussten eine Hand amputieren; eine von bislang 27 Operationen. Dabei konnten die Eltern nur das Geld für die lebensnotwendigen Eingriffe aufbringen. „Immer, wenn meine Eltern etwas gespart hatten, haben sie es für meine Behandlungen ausgegeben.“ Nicht immer mit gutem Ausgang. Bei einer Operation verletzten Ärzte ein Auge. „Mein rechtes Auge schmerzt, das kommt ganz plötzlich. Ich kann jetzt nur noch Schatten erkennen, früher konnte ich mit beiden Augen gut sehen.“

In München hat sich der „Verein zur Förderung der Behandlung Brandverletzter“ (VFBB) der jungen Frau angenommen. Um etwas Geld zu verdienen, hatte Valentina im Sommer 2013 in Penzberg in in einem Putztrupp gearbeitet. Mit einer Hand, das Gesicht versteckt hinter einer Perücke. Dort fiel sie Mitarbeitern des VFBB auf.

Der Bogenhausener Verbrennungschirurg Milomir Ninkovic kann ihr zwar nicht das Augenlicht wiedergeben, aber ein Gesicht. Anfang September operierte er Valentina zum ersten Mal. Mit so genannten Tissue Expandern wird jetzt die Haut im Schulterbereich gedehnt. Mit der so gewonnenen „neuen Haut“ will Ninkovic die ganze rechte Gesichtshälfte, Nase und Augenlid rekonstruieren. Gedehnt werde so auch das unverletzte Drittel der Kopfhaut, um so den Narbenbereich zu verkleinern, erklärt der Verbrennungsexperte. Das sei besonders wichtig, denn: „Das Hauptproblem ist die instabile Narbe am Schädeldach. Diese musste schnellstmöglich operiert werden, um Komplikationen wie Tumore zu verhindern.“

Als Professor Ninkovic, der auch dem VFFB vorsteht, von Valentinas Schicksal erfuhr, beschloss er sofort, zu helfen. Für die OP verlangt er kein Honorar. Aber dennoch entstehen Kosten bei dem Versuch, Valentina zu helfen. Der Klinikaufenthalt, Material und Personal müssen bezahlt werden. „Insgesamt werden die geplanten Eingriffe rund 100000 Euro kosten, ausgenommen die Fingerrekonstruktion“, so der Mediziner. Und diese langwierige Behandlung will der VFBB aus Spenden finanzieren, setzt dabei auch auf die AZ-Aktion „Münchner helfen“.

Valentina hat zwar eine Art Krankenversicherung im Kosovo, die aber nur für akute, schwere Krankheiten und deren Behandlung bezahlt. Die Kosten für Operationen, die ihr den Weg in ein einigermaßen erträgliches normales, weitest gehend schmerzfreies Leben ermöglichen sollen, werden nicht übernommen. Die junge Frau traut sich jetzt aber wieder zu hoffen, auch wenn die Behandlung eineinhalb bis zwei Jahre dauern wird. Was sie sich wünscht: „Ich träume von meinen eigenen Haaren, von meinem neuen Gesicht – und von einer Ausbildung.“ Am liebsten in Deutschland.

Besonders freut sich Valentina auf die Rekonstruktion ihrer Finger, die aufgrund fehlender Behandlung nicht mehr durchblutet waren und austrockneten. „Dann kann ich zum ersten Mal in meinem Leben mit der rechten Hand greifen." Aber diese OP wird wohl noch auf sich warten lassen.

Die 25-Jährige ist inzwischen wieder in ihrer Heimat. Eine genau instruierte Ärztin vor Ort führt die Auffüllung der Hautexpander im Kopf- und Schulterbereich durch, um die Haut weiter für eine Transplantation zu dehnen. Die nächste Operation ist für Januar 2014 vorgesehen.

Hier können Sie spenden

Um Menschen wie Valentina zu unterstützen, liebe Leser, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen. Jeder Euro zählt – ob 5, 500 oder 5000 Euro. Das Geld wird unbürokratisch und schnell bei den Betroffenen ankommen. 

Die AZ kann für Spenden ab 201 Euro Bescheinigungen fürs Finanzamt ausstellen (Adresse nicht vergessen!). Für niedrigere Beträge gilt der Überweisungsbeleg als Bestätigung.

Das Spenden-Konto des AZ-Vereins „Münchner helfen e.V.“:

Privatbank DONNER & REUSCHEL

Konto-Nr.: 333 888 333

BLZ: 200 303 00

 

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