AZ-Adventskalender: Tag 3 und 4 Theatinerkirche St. Kajetan in der Altstadt

Hochbarock am Odeonsplatz: die Theatinerkirche St. Kajetan mit ihrem Namenspatron Cajetanus an der gelben Schaufassade. Foto: Sigi Müller/AZ

Jeden Tag ein Türchen, das zeigt, welch einzigartigen Schatz an Kirchen München zu bieten hat. Heute: Die Theatinerkirche im Herzen Münchens.

Altstadt - Als Kurfürst Max Emanuel am 11. Juli 1662 das Licht der Welt erblickte und den Wittelsbachern ihren Fortbestand gesichert hatte, erfüllten Kurfürst Ferdinand Maria und seine Henriette ihr Gelübde – sie ließen die Theatinerkirche erbauen. Heute prägt sie, als erster hochbarocker Kirchenbau nördlich der Alpen, die Stadtsilhouette wie kaum ein anderes Gotteshaus.

Dass die schmucke Kirche eigentlich St. Kajetan heißt, benannt nach Kajetan von Thiene, einem Heiligen und Mitbegründer des Ordens der Theatiner aus Neapel, sei hier nur nebenbei erwähnt. Eine Figur des Heiligen ist an der Fassade zu bewundern. Jedenfalls ab 2018 wieder, wenn die seit 2014 laufende Generalsanierung beendet ist und das riesige Baugerüst nach vier Jahren endlich verschwunden sein wird.

Neben St. Michael und der Frauenkirche ist St. Kajetan eine der wichtigsten Grablegen der Wittelsbacher – die Gruft ist auf jeden Fall einen Besuch wert: 47 Familienmitglieder liegen hier in Metallsärgen begraben. Neben unzähligen Herzögen und vier Kurfürsten (Ferdinand Maria, Max Emanuel, Karl Theodor und Max III.) ruhen hier auch Könige (Max I. und II., Otto I. von Griechenland), ein Prinzregent (Luitpold), ein Kronprinz (Rupprecht) sowie sogar ein Wittelsbacher-Kaiser (Karl VII.). Bayerische Geschichte wird hier auf einmal sehr lebendig.

Und ein kleines Kloster gibt’s immer noch –wenn auch längst keine Theatiner mehr. Seit 1954 sind die Dominikaner am Odeonsplatz beheimatet.

 

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