Ausstellungs-Tipps Diese Münchner Museen sind einen Besuch wert

Die AZ zeigt, wo es Interessantes zu erfahren und Schönes zu bestaunen gibt. Klicken Sie sich durch! Foto: AZ-Kollage

Wann hat man schon Zeit, in die Museen zu gehen, wenn nicht jetzt? Die AZ zeigt, wo es sich lohnt.

 

München - In München ist es kalt und finster, die Straßen verschwinden unter Schnee und Matsch. Zeit, sich einen Tee zu kochen und daheim zu verkriechen? Ach, wo. Zeit, um eines der vielen Münchner Museen zu erkunden. Vor allem bei den Sonderausstellungen, die es gerade gibt. Bei vielen sind die nächsten Tage und Wochen die letzte Chance, um noch mal vorbei zu schauen! Die AZ zeigt, wo es Interessantes zu erfahren und Schönes zu bestaunen gibt.

Myanmar – Von Pagoden, Longyis und Nat-Geistern

Die Myanmar-Ausstellung im Museum Fünf Kontinente nimmt den Besucher mit auf die Forschungsreisen des Ehepaars Scherman von 1911. Lucian Scherman war Direktor des Museums, das damals noch Völkerkundemuseum hieß. 2300 Objekte und 1200 Fotografien brachten das Ehepaar wieder mit nach München. Dazu kommen Reisetagebücher und Tonaufnahmen. In der Schau im Museum Fünf Kontinente sind die wertvollsten Stücke dieser Sammlung zu sehen. Erfahrbar werden dabei die Lebensweise der verschiedenen Volksgruppen, ihre Religion und ihre Traditionen, wie etwa das sehr spezielle Ein-Bein-Rudern, das dort am Inle-See praktiziert wird.
„Myanmar – Von Pagoden, Longyis und Nat-Geistern“ im Museum Fünf Kontinente, Maximilianstraße 42. Di–So 9.30–17.30 Uhr. 8 Euro/6 Euro erm./ 4 Euro für Freundeskreismitglieder.

Mode aus dem Rahmen. Kostbar bestickte Kleidung zwischen 1780 und 1800

Freunde extravaganter Mode kommen im Bayerischen Nationalmuseum auf ihre Kosten. Dort wird neben elf Herrenkleidungsstücken aus dem Ancien Régime auch ein aufwendig restauriertes Hofkleid gezeigt. Mode hatte im ausgehenden 18. Jahrhundert nicht nur mit Aussehen zu tun. Sie diente den Reichen und Mächtigen dazu, ihre Position darzustellen. Vor allem in Frankreich wurde die eigene Stellung mit aufwendig bestickten Roben zur Schau gestellt. Neben den Kleidern selbst zeigt die Ausstellung Schnittmuster und weitere Hintergrundinformationen zum Schneiderhandwerk der damaligen Zeit.
„Mode aus dem Rahmen. Kostbar bestickte Kleidung zwischen 1780 und 1800“, im Bayerischen Nationalmuseum, Prinzregentenstraße 3. Di–So, 10–17 Uhr, Do 10–20 Uhr. 7 Euro/6 Euro (erm.)

Rumford. Rezepte für ein besseres Bayern

Der Name Sir Benjamin Thompson ist wohl nicht jedem Münchner ein Begriff. Dabei ist Graf Rumford, unter welchem Namen Thompson auch bekannt ist, Urheber eines Ortes, den Münchner schätzen: des Englischen Gartens. Rumford verschlug es durch Zufall an den Hof des Kurfürsten Karl Theodor. Sein 14-jähriges Wirken in München war für die Stadt trotzdem prägend. Das zeigt eine große Ausstellung im Stadtmuseum München mit Gemälden und Architekturmodellen.
„Rumford. Rezepte für ein besseres Bayern“ im Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1. Di–So 10–18 Uhr. 7 Euro/3,50 Euro (erm.).

Dinosaurier: eine jurassische Erfolgsgeschichte

Der Tyrannosaurus aus der Kreidezeit kennen die Meisten. Aber Dinos liefen schon früher über die Erde. Vor allem die Arten aus der Jurazeit (vor 208–146 Millionen Jahren) beschäftigen Forscher. Eine kleine, aber feine Ausstellung im Paläontologischen Museum widmet sich jetzt diesen besonderen Tieren. Rund 50 Exponate zeigen, was die Forschung über die Dinosaurier von damals weiß. Aus dieser Zeit ist nicht soviel bekannt. Jeder Fund bringt deshalb die Forschung weiter. Mittwochs (15 Uhr) sowie diesen Sonntag (11.30 und 14.30 Uhr) gibt es Führungen durch das Museum.
„Dinosaurier: eine jurassische Erfolgsgeschichte“ im Paläontologischen Museum, Richard-Wagner-Str. 10. Mo–Do 8–16 Uhr, Freitag 8–14 Uhr, jeder 1. Sonntag im Monat 10–16 Uhr. Eintritt frei.

Wedekinds Welt

Hereinspaziert! Und Manege frei für den Tausendsassa unter den deutschen Dramatikern: Frank Wedekind war Lyriker, Satiriker, Sänger, Schauspieler – und Werbetexter. Einen Großteil seines Lebens verbrachte der gebürtige Hannoveraner in München, war hier Mitbegründer der berühmten Satirezeitschrift „Simplicissimus“. Sein bekanntestes Drama „Frühlings Erwachen“ über die Sorgen von Jugendlichen war so pikant, dass es erst 16 Jahre nach seiner Veröffentlichung uraufgeführt wurde. Heute zählt Wedekind zu den bedeutendsten Theaterfiguren im deutschsprachigen Raum. Zu seinem 150. Geburtstag widmet ihm das Theatermuseum noch bis zum 11. Januar eine Ausstellung. Als optisches Element ziehen sich Gegenstände aus der Zirkuswelt durch die Räume. Der Zirkus hat für Wedekind eine persönliche Bedeutung (seine Mutter war Varieté-Künstlerin). Er spielt aber auch in seinem praktischen und theoretischen Werk immer wieder eine Rolle. Ein großes Spektakel zum Schauen und Staunen.
„Wedekinds Welt“ im Deutschen Theatermuseum, Galeriestraße 4a. Di–Do 10–16 Uhr. 4 Euro/3 Euro (erm.).

Transsib

9 288 Kilometer Länge, sieben Zeitzonen, 7 Tage Reisezeit: Die Transsibirische Eisenbahn ist nicht umsonst die wohl spektakulärste Zugroute der Welt. Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums kann man diese Faszination jetzt nacherleben. Die Ausstellung „Transsib“ veranschaulicht, welche Schwierigkeiten bei dem Bauprojekt (1891–1916) überwunden werden mussten. „Transsib“ zeigt aber auch, welche Menschen an und mit der Bahnstrecke zwischen Moskau und Wladiwostok leben.
„Transsib“ im Verkehrszentrum des Deutschen Museums, Am Bavariapark 5. Täglich 9–17 Uhr. 6 Euro.

Sand in my eyes

Vor gut einem Jahr wurde der Neubau des Museums Ägyptischer Kunst eröffnet. Gut 20 000 Besucher haben bereits reingeschaut. Einen Besuch wert sind auch die Sonderausstellungen: So werden im Museum noch bis zum 11. Januar Sudan-Fotografien von Enikö Nagy gezeigt. Nagy hat als Beraterin für internationale Organisationen tiefe Einblicke in die Lebenswelt verschiedener Gruppen in dem nordafrikanischen Land erhalten. Ihre bewegenden Bilder von Land und Leuten werden ergänzt durch Sagen, Mythen und Gedichte aus der Region.
„Sand in my eyes“ im Museum Ägyptischer Kunst, Arcisstraße 16. Di 10–20 Uhr, Mi–So, 10–18 Uhr. 7 Euro/5 Euro (erm.).

Canaletto. Bernardo Bellotto malt Europa

Mit dem Nachtzug nach Venedig, die Gondeln sehen, die Brücken, Kanäle. Verlockende Idee, nur leider schwer spontan umzusetzen. Dann vielleicht besser in die Pinakotheken. Gleich zwei Ausstellungen widmen sich dort der Lagunenstadt. In der Alten Pinakothek zeigt die Ausstellung „Canaletto. Bernardo Bellotto malt Europa“ den besonderen Blick der unter dem Namen „Canaletto“ firmierenden Künstler Bernardo Bellotto (1722–1780) und seines Onkels Giovanni Antonio Canal (1697–1768) auf Venedig – und andere Metropolen. Beide waren Meister der venezianischen Vedutenmalerei, einer Kunst, die sich der naturgetreuen Nachbildung der Natur verschrieben hatte. In den Ausstellungsräumen der Neuen Pinakothek werden farbenfrohe Malereien anderer Künstler des 18. Jahrhunderts (Francesco Guardi und Michele Marieschi) atmosphärische Schwarzweiß-Fotografien aus dem 19. Jahrhundert gegenübergestellt. Wem das noch nicht genug Italien-Flair bietet, dem sei das filmische Begleitprogramm empfohlen. Im Ernst von Siemens-Auditorium in der Pinakothek der Moderne wird am Sonntag, den 11. Januar um 11 Uhr „Letztes Jahr in Marienbad“ des französischen Regisseurs Alain Resnais gezeigt. Eintritt ist frei.
„Canaletto. Bernardo Bellotto malt Europa“ in der Alten Pinakothek, Barer Straße 27. Mi, Fr, Sa, So 10–18 Uhr, Di, Do 10–20 Uhr. 10 Euro/7 Euro (erm.). „Venedig sehen...“ in der Neuen Pinakothek, Barer Straße 29. Täglich außer Di 10–18 Uhr, Mi 10–20 Uhr. 7 Euro/5 Euro (erm.). Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens Auditorium, Barer Straße 40.

Seifenblasen – Riesenblasen, Schillerfarben, Schaumfabrik und Seifenschlösser

Gerade fliegen sie noch schillernd durch die Luft und plötzlich – plopp – ist alles wieder vorbei. Seifenblasen sind schön, machen Spaß – und sich physikalisch höchst komplexe Gebilde. Im Kindermuseum gibt es Seifenblasen „zum Anfassen“ oder besser gesagt: zum Selbermachen. An sieben Stationen können Kinder ab vier Jahren ausprobieren und entdecken. Etwa eine Riesenseifenblase, in die man sich sogar hineinstellen kann. Oder verschiedene Seifenblasenspiele, bei denen die Kleinen ihr Geschick trainieren können. Doch die Ausstellung soll nicht nur Spaß machen, sondern auch Wissen vermitteln. Denn Seifenblasen sind nicht nur farbenfroh, sondern inspirieren Architekten und Künstler und zeigen mathematische Probleme auf. Ein schaumig-schillernder (Lern-)Spaß also.
„Seifenblasen – Riesenblasen, Schillerfarben, Schaumfabrik und Seifenschlösser“ im Kindermuseum München, Arnulfstraße 3. Di–Fr, 14–17 Uhr, an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien 10–17 Uhr. 4,80 Euro/12,50 Euro (Familienkarte).

 

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