Ausstellung im Maximilianeum Mundgemalte Bilder: Lucy, 17, ist jetzt berühmt

„Dass so viele Menschen meine Bilder sehen können, ist cool“: Künstlerin Lucy Hoffmann bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Daniel von Loeper

Wegen ihrer schweren Krankheit malt Lucy Hoffmann mit dem Mund. Nun hat sie eine Ausstellung im Maximilianeum.

 

München Lucy ist eine Rampensau, das sagen alle über sie. Das ist ein Glück, denn sonst hätte sie sich nie in die Öffentlichkeit getraut – und ihre Bilder gezeigt.

Nun hängen sie im Maximilianeum in der Ausstellung „Im Rahmen des Möglichen“ und sind nicht nur für Lucy Hoffmann ein erfüllter Traum – berühmt zu werden war einer ihrer Herzenswünsche. Sie bedeuten auch Hoffnung für andere unheilbar kranke Menschen und deren Familien.

Die 17-Jährige hat eine Hereditäre motorisch-sensible Neuropathie – eine chronische Krankheit, die zu Muskelschwund führt. Sie kann weder Arme noch Beine bewegen, braucht ein Beatmungsgerät.

 

„Lucy und ihre Bilder zeigen, was alles möglich ist“

Ihre Bilder malt die Münchnerin mit dem Mund. Anfangs nur für sich, dann verschenkt sie die Malereien als Kalender, auch an das „Ambulante Kinderhospiz München“ (AKM). Die spendenfinanzierte Stiftung betreut Kinder und Jugendliche mit unheilbaren Krankheiten – und deren Familien. Dabei geht es auch darum, den Betreuten bei der Umsetzung ihrer Wünsche zu helfen. Und Lucys war eben: berühmt werden. (Außerdem shoppen in New York, aber das muss noch etwas warten.)

Nun sind die Malereien noch bis zum 28. April im Maximilianeum zu sehen – Lucy ist berühmt, zumindest ein bisschen.

„Lucy und ihre Bilder sind so wichtig für unsere Arbeit“, sagt AKM-Gründerin Christine Bronner. „Sie zeigen, was möglich ist. Dass Familien mehr schaffen können, als man ihnen zutraut.“ Und vor allem: dass die Arbeit des AKM sich nicht nur um die medizinische Betreuung kümmert – sondern um das Leben. „Ein Leben will genossen werden“, sagt Bronner. Vor allem, wenn es kürzer ist, als man gehofft hatte.

„Dass so viele Menschen meine Bilder sehen können, ist cool“, sagt Lucy Hoffmann. Sie lächelt viel an diesem Nachmittag. Es ist anstrengend für sie, zu sprechen – und natürlich auch, die Bilder zu malen. Manche brauchen schon einmal Tage oder Wochen, je nach dem, wie viel Kraft sie hat.

„In ihrer Kunst steckt Leben, Liebe zur Natur – und Schalk“, sagt Bronner. Letzteres merkt man auch an den Titeln: „Wenn Fledermäuse abhängen“ heißt eines, ein anderes „Lieber Gold- als Silberfischchen“.

Lucys Kunst ist außerdem Teil der AKM-Kampagne „Mach’ das Licht an!“ Die will aufmerksam machen darauf, dass Familien mit schwersterkrankten Kindern mit ihren Nöten oft ein Schattendasein führen – und was Menschen in der ambulanten Kinderhospizarbeit leisten. Ein Anfang ist jetzt gemacht.

 

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