Ausgelöst von einem Fake-Account Wegen "Wintermarkt": Münchner Flughafen erntet Shitstorm

Am Samstag öffnete die 600 Quadratmeter große Eislauffläche inklusive Eisstockbahn für Besucher. Der Name Wintermarkt brachte dem Flughafen nun einen Shitstorm ein. Foto: Flughafen München

Bereits zum neunten Mal findet am Münchner Flugfhafen der "Wintermarkt" statt. Doch in diesem Jahr erntet er dafür einen Shitstorm. Die Hintergründe.

München - Mit der Ankündigung seinen bereits zum neunten Mal stattfindenden Wintermarkt zu eröffnen, erntete der Münchner Flughafen auf seiner Facebook-Seite einen "Shitstorm". Warum? Die Kommentatoren auf Facebook stoßen sich daran, dass der Flughafen seinen "Wintermarkt" nicht traditionsgemäß Weihnachtsmarkt oder Christkindlmarkt nennt.

Der Tenor der Vorwürfe: Im Namen Wintermarkt würde sich ein "Einknicken" gegenüber dem Islam bemerkbar machen. Eine Diskriminierung gegen die man sich zur Wehr setzen müsse. Schon diese Begründung legt nahe, dass einige der Kommentatoren dem eher rechten politischen Spektrum zuzuordnen sind.

Wie reagiert der Flughafen?

In einer Stellungnahme erklärt der Flughafen ausführlich den Grund für die Bezeichnung Wintermarkt und weist daraufhin, dass dieser schon seit 2006 so heißt. "Der Grund für diese Benennung war seinerzeit, dass die Öffnungszeiten des Marktes im MAC verlängert wurden. So blieben die Stände im MAC in der Saison 2006/2007 erstmals bis zum 7. Januar offen – und damit zwei Wochen länger als die klassischen Weihnachtsmärkte.

Mit der neuen Bezeichnung sollte sichergestellt werden, dass der Wintermarkt am Flughafen mit seiner längeren Öffnungsdauer von den Weihnachtsmärkten unterschieden wird. Auch im laufenden Jahr ist der Markt im MAC eben kein Weihnachts- oder Christkindlmarkt, die ja bekanntlich am ersten Adventswochenende starten." Anders als die klassischen Weihnachtsmärkte beginne auch in diesem Jahr der Wintermarkt bereits eine Woche vor dem 1. Advent und ende auch erst am 27. und nicht schon am 24. Dezember.

 

*** Update ***Wir sind offensichtlich Ziel einer einschlägigen Seite geworden, die ihre Fans massenhaft hierher leitet....

Posted by Flughafen München on  Freitag, 20. November 2015

 

Gefakter Anonymous-Account löst den Shitstorm aus

Die Initialzündung des Shitstorms sieht der Flughafen in einem Posting auf der Facebook-Seite "Anonymous". Dem Posting zufolge liefere das Management des Flughafens den "Beweis dafür, wie Deutsche im eigenen Land diskriminiert werden".

Sieht man sich besagte Facebook-Seite genauer an, lässt sich recht leicht erkennen, dass es sich nicht um eine offizielle Seite des Hacker-Kollektivs handelt. Mehrere Medien berichteten bereits, dass es sich bei „Anonymous.Kollektiv“ um einen Fake-Account handelt auf dem unter anderem auch braunes Gedankengut verbreitet wird.

Durch die mediale Aufmerksamkeit, die das Hacker-Kollektiv nach deren Kriegserklärung an den IS erhalten hat, wuchs auch die Zahl der Facebook-User, die den Fake-Account geliked haben. Über 1,4 Millionen Likes hat der Account inzwischen. Laut "Handelsblatt.de" kamen alleine in der letzten Woche 500 000 dazu.

 

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