Anlehnung an #jesuischarlie? Gespielte Opferrolle! Grünen-Fraktionschef Roth keilt gegen CSU

Im Nachgang der Demo hat die CSU für alle Anhänger ein Facebook-Profillogo erstellt (kleines Bild). Foto: dpa, Screenshot Facebook

Der Umgang der CSU mit der #ausgehetzt-Demo sorgt weiter für Kritik. Der Grünen-Fraktionschef im Rathaus, Florian Roth, wirft den Christsozialen "einen Mangel sowohl von Souveränität als auch von Selbstkritik" vor.

München - Im Nachgang der #ausgehetzt-Demo haben viele CSU-Parteimitglieder und -anhänger auf Facebook unter ihre Bild den Slogan #ichbincsu gepostet. Florian Roth, der Fraktionschef der Grünen, kritisiert das nun scharf.

Auf Facebook schreibt Roth: "Liebe CSU meinst Du das wirklich ernst? Natürlich ist es das Recht jeder Partei, sich gegen Angriffe zu wehren und Kritik als überzogen zu bewerten. Sich aber mit dem Hashtag #ichbincsu an jenen Slogan #jesuischarlie anzulehnen, der als Zeichen der Solidarisierung mit der Satirezeitschrift Charlie Hebdo entstand, nachdem ein Großteil der Redaktion bei einem Terroranschlag ermordet wurde, befremdet doch sehr."

Und weiter: "Ich will gar nicht auf die mögliche Assoziation der friedlichen Demo in München mit einem blutigen Mordanschlag eingehen. Alleine der Gestus des unschuldigen Opfers erscheint doch bei einer einst stolzen Regierungspartei ein bisschen bizarr. Ich konstatiere nur einen Mangel sowohl von Souveränität als auch von Selbstkritik gerade angesichts der Umfragewerte und der Kritik geradevon traditionell der CSU nahe stehenden Kreisen wie dem katholischen Milieu (siehe die Äußerungen von Kardinal Marx oder die Teilnahme zahlreicher Ordensleute an der Demonstration #ausgehetzt)"

Am Sonntag waren zehntausende in München auf die Straße gegangen und hatten gegen einen Rechtsruck und eine "Politik der Angst" demonstriert. Die CSU ließ nur für diesen Tag eigens Plakate kleben und fuhr mit Werbefahrzeugen entlang der Route - auch das hatte für reichlich Spott und Kritik gesorgt.

Im Video: So lief die #ausgehetzt-Demo am Sonntag

Lesen Sie hier: Nach #Ausgehetzt-Demo: Jetzt schießt die CSU zurück

 

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