"Ausbremst is!" Demos gegen massiven Ausflugsverkehr im Oberland geplant

Volle Parkplätze, überlaufene Straßen und Wege - viel mehr Menschen machen wegen Corona Urlaub in Bayern. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Vor allem die Corona-Krise sorgt für einen wahren Ausflugs-Boom im Alpenvorland. Die Anwohner haben nun genug davon und veranstalten mehrere Demos gegen den ausufernden Ausflugsverkehr.

 

München - Jedes Wochenende das gleiche Bild im Alpenvorland: Autoschlangen wälzen sich durch die idyllische Landschaft, die Parkplätze in beliebten Ausflugsregionen sind gerammelt voll.

Vor allem seit der Corona-Krise boomt der Ausflugsverkehr südlich von München: Tegernsee, Walchensee, Garmisch-Partenkirchen oder auch die Zugspitze – jedes Wochenende ist in den beliebten Gebieten die Hölle los.

Wegen Corona: Viele machen Urlaub in Bayern

Jetzt stehen auch noch die Sommerferien vor der Tür – weil viele Urlaube wegen Corona nicht stattfinden können, wird eben kurzerhand auf die schönen Flecken im eigenen Land ausgewichen. Bayern bleibt dabei eines der beliebtesten Urlaubsziele Deutschlands. Zudem hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Deutschen zuletzt immer wieder empfohlen, doch einfach in Bayern Urlaub zu machen, wenn Reisen ins Ausland wegen der Pandemie nicht möglich seien.

Die Anwohner gehören zu den Leidtragenden und wollen nun gegen den Ausflugsverkehr vorgehen – mit Demos wollen sie auf die – für sie untragbare – Situation aufmerksam machen. "So kann's nicht weitergehen. Wir ersticken im Verkehr, Lärm und Müll – mit all den Folgen für Mensch, Tier und Natur", schreiben die Initiatoren auf Facebook. Die Veranstalter, Critical Mass Garmisch-Partenkirchen, planen unter dem Motto "Ausbremst is!" eine Demonstrations-Tour durchs gesamte Oberland.

Der Plan: Ein gehender Demo-Zug soll den Verkehr auf den beliebten Ausflugsstraße behindern und zum Erliegen bringen. Für die Veranstalter geht es dabei jedoch nicht nur um die vielen Touristen, die Woche für Woche ins Alpenvorland fahren. Allgemein möchten die Anwohner auf das "immense Verkehrsaufkommen und das Müllproblem" aufmerksam machen.

Erste Demo in Wallgau

Die Initiatoren fordern statt "stinkenden Blechkolonnen und Parkplatzwüsten" unter anderem eine Besucherlenkung und -beschränkung, einen flächendeckenden Ausbau des ÖPNV sowie ein verbessertes, nahtloses Rad- und Fußwegenetz.

Die erste Demo findet bereits am kommenden Samstag (25. Juli) um 11 Uhr in Wallgau statt, im Laufe des Sommers sollen weitere Veranstaltungen stattfinden – unter anderem in Grainau und Garmisch-Partenkirchen.

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