Aus in der Olympia-Quali Olympia-Aus: Cortinas DEBakel

Zum ersten Mal seit 1948 findet das olympische Eishockey-Turnier nächstes Jahr ohne eine deutsche Mannschaft statt. Der Bundestrainer und EHC-Coach soll dennoch im Amt bleiben dürfen

 

BIETIGHEIM-BISSINGEN Als nach dem 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Österreich das Deutschlandlied abgespielt wurde für die Gewinner des Spiels, schossen den meisten Spielern der DEB-Auswahl die Tränen in die Augen. Auch Coach Pat Cortina rang um Fassung, konsterniert schaute er zu den Zuschauern. Selten dürften die Gewinner eines Länderspiels so traurig gewesen sein wie die deutschen Eishackler in diesem Moment.

Gewonnen, und doch alles verspielt – so lautete die traurige und frustrierende Bilanz dieses Abends. Weil der Sieg gegen die Österreicher erst in der Verlängerung geschafft wurde, hat die deutsche Auswahl die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst. Zum ersten Mal seit 1948 – damals aus politischen Gründen – wird das olympische Eishockey-Turnier der Männer ohne eine deutsche Mannschaft stattfinden.

Schon bei seiner ersten wirklichen Bewährungsprobe als Bundestrainer erlebte Cortina Schiffbruch. Der 48-Jährige, in München bis Saisonende in Doppelfunktion auch als Trainer des EHC Red Bull tätig, konnte das Aus auch eine Stunde nach Spielende nicht fassen. „Es ist hart, das zu akzeptieren. Es sah heute die ganze Zeit so aus, als würden wir es schaffen. Am Ende stehen wir aber dennoch mit leeren Händen da”, sagte Cortina.

Tatsächlich hatten seine Spieler hatten eine gute Leistung geboten gegen Österreich. Doch wie schon zuvor gegen Italien am Freitag hatten die Stürmer den Puck einfach nicht oft genug im Tor untergekriegt. Die zweimalige Führung durch Benedikt Kohl (19.) und Michael Wolf (47.) glich Österreich zweimal aus und schaukelte das Spiel in die Verlängerung. Dort traf zwar Patrick Reimer (63.) zum Sieg, doch den brauchte es nicht mehr. „Das war die größte Enttäuschung meiner Karriere”, sagte Reimer.

Trotz des DEBakels soll Cortina aber im Amt bleiben, stellte DEB-Präsident Uwe Harnos sofort klar. „Wir haben uns bewusst für eine langfristige Lösung mit Pat Cortina entschieden. An ihm hat es sicher nicht gelegen, er kann die Tore auch nicht schießen. Nach dem Deutschland-Cup wurde über seine Handschrift und die gute Stimmung berichtet. Und jetzt soll das alles anders sein, das verstehe ich nicht”, sagte er der AZ. Und weiter: „Wir brauchen uns jetzt auch nicht selbst bedauern und den Kopf in den Sand stecken.” Im Mai steht schließlich schon die WM an.

Da sollte Cortina dann aber tunlichst ein besseres Ergebnis einfahren, um nicht weiter unter Druck zu geraten.
„Selbstverständlich. Ich habe ja einen Vertrag und bin froh, hier zu sein. Natürlich ist das alles enttäuschend, aber wir haben ja nicht schlecht gespielt”, sagte Cortina. „Ich denke, der Druck, gewinnen zu müssen, war schwierig”, ergänzte er und erinnerte daran, wie die DEB-Auswahl überhaupt in die Situation gekommen war, das Qualifikationsturnier spielen zu müssen. „Die WM beeinflusst die Weltrangliste. Und wenn wir in der Weltrangliste besser dagestanden hätten, dann hätten wir uns diese Qualifikation ersparen können”, sagte er. Deutschland hatte sich bei der letzten WM unter Ex-Bundestrainer Jakob Kölliker mit 4:12 von Norwegen und mit 1:8 von Tschechien abschlachten lassen und war aus den Top-Acht der Welt gerutscht.
 

 

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