Aus im Achtelfinale Bayern-Basketballer: Das sind die Lehren aus der Pokal-Blamage gegen Bonn

Verlassen fassungslos und geschlagen den Court (v.l.): Die Bayern um Radosevic, Djedovic und Lo. Foto: imago/Jan Huebner

Die Basketballer des FC Bayern scheitern im Achtelfinale am krassen Außenseiter Bonn und verspielen damit bereits den ersten Titel. "Diese Niederlage ist bitter. Das darf einer Mannschaft wie uns nicht passieren".

 

München - Den Basketballern des FC Bayern stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Mit hängenden Köpfen schlichen sie vom Court, den sie nach dem gleichermaßen überraschenden wie bitteren 84:85 im Pokalachtelfinale gegen die Telekom Baskets Bonn als Verlierer verlassen mussten.

Bonn hatte das Unmögliche tatsächlich möglich gemacht und das David-gegen-Goliath-Duell am Montagabend im Münchner Audi Dome für sich entschieden. Was für ein Coup des krassen Außenseiters beim deutschen Meister, gerade mal zwei Tage nachdem Bonn beim desaströsen 82:114 gegen die Crailsheim Merlins in der Liga die höchste Heimniederlage der Vereinsgeschichte kassiert hatte. Bonns Überraschungshelden ließen sich zu Recht feiern.

Bayern verspielt erste Titelchance

Bei den Bayern, die gleich im ersten K.o.-Spiel der neuen Saison auf die Bretter gegangen waren, herrschte dagegen Fassungslosigkeit. "Diese Niederlage ist bitter, das ist peinlich und darf einer Mannschaft mit hohen Ambitionen wie uns nicht passieren", sagte Maodo Lo, mit 19 Punkten noch Bayerns Bester: "So eine Leistung zu bringen, das ist sehr enttäuschend." Die Pokalblamage hatte sichtlich Spuren bei den Münchnern hinterlassen. Die erste Titelchance hat der FCBB damit nämlich bereits verspielt.

"Wir haben in der ersten Halbzeit katastrophal gespielt. Keine Ahnung woran es gelegen hat", rätselte Lo bei "Magenta Sport", "wir haben nicht so gespielt, wie man spielen muss, in einem Spiel, in dem es um alles geht." Schon zur Halbzeitpause wunderten sich die Zuschauer im Audi Dome über den deutlichen 40:53-Rückstand der Heimmannschaft und einen gleichzeitig äußerst beherzten Auftritt der Gäste. Die Bayern kämpften sich nach einem zwischenzeitlichen 15-Punkte-Rückstand dann noch mal zurück in die Partie und schienen auf dem besten Weg, diese auch doch noch für sich zu entscheiden.

Bayern in der Euroleage gegen Villeurbanne

Insbesondere, nachdem Lo seinen dritten Dreier in Serie zur 84:81-Führung im Korb versenkt hatte. Doch in den hektischen Schlusssekunden bewies Bonn die besseren Nerven. Nach einem Foul an der Dreierlinie traf Martin Breunig zwei seiner drei Freiwürfe. Den dritten Versuch verwarf er beim Stand von 83:84, schnappte sich aber den Offensivrebound und machte den entscheidenden Korbleger 6,9 Sekunden vor dem Ende. Bayern vergab seinen letzten Angriff.

"Wir haben einfach Eier bewiesen", sagte Nationalspieler Joshiku Saibou, der die Bayern bereits in der vergangenen Saison – damals noch mit Alba Berlin – im Viertelfinale aus dem Wettbewerb geworfen hatte: "Wir sind hierhergekommen und haben mit Riesenherzen gespielt." Das konnte man bei dem Team von Dejan Radonjic nicht beobachten. "53 Punkte in der ersten Halbzeit ist einfach zu viel, genauso wie 13 Ballverluste in den ersten 20 Minuten", analysierte der FCBB-Chefcoach und sprach auch die Probleme der Bayern beim Offensivrebound an: "Gegen Mailand war das anders, aber in den letzten Spielen hatten wir hier bereits Probleme. Da müssen wir uns verbessern." Die nächste Chance dazu haben die Münchner am Donnerstag (20.30 Uhr/Magenta Sport), wenn der französische Euroleague-Neuling Villeurbanne in München zu Gast ist. 

 

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