Augsburg und Heilbronn Polizistenmorde: Hängen die Fälle zusammen?

Im Fall des erschossenen Polizisten Mathias Vieth hat die Augsburger Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Ein Ermittler zur AZ: "Die haben einiges auf dem Kerbholz." Foto: Sebastian Widmann/dapd, Lukas Barth/dapd

Eine Polizistin wird im baden-württembergischen Heilbronn von Unbekannten erschossen. Etwa vier Jahre später erleidet ein Polizist in Augsburg das gleiche Schicksal. Könnte es einen Zusammenhang zwischen beiden Taten geben?

 

Augsburg – Nach der überraschenden Wende beim Heilbronner Polizistenmord von 2007 prüft die Polizei, ob es einen Zusammenhang zu dem Ende Oktober in Augsburg erschossenen Beamten gibt. „Das ist eine Spur von vielen, die derzeit geprüft und bewertet wird. Nicht mehr und nicht weniger“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen Online-Bericht der „Augsburger Allgemeinen“.

Am Freitag hatten sich nach einem Überfall in der thüringischen Stadt Eisenach zwei Bankräuber erschossen. Bei den Toten fanden die Ermittler die Dienstwaffen der in Heilbronn getöteten Polizistin und ihres damals schwer verletzten Kollegen. Bislang seien zwischen den beiden Polizistenmorden jedoch keine „Schnittstellen“ erkennbar, sagte ein Polizeisprecher in Augsburg. Man stehe jedoch mit den Kollegen in Thüringen in engem Kontakt.

Geprüft wird zum einen, ob der Augsburger Polizist mit den in Eisenach entdeckten Waffen erschossen wurde. Zudem sollen die DNA-Spuren der Bankräuber mit den im Augsburger Siebentischwald gefundenen Spuren verglichen werden. Mit Ergebnissen sei in den kommenden Tagen zu rechnen, sagte der Sprecher.

Der 41 Jahre alte Augsburger Hauptkommissar war in der Nacht zum 28. Oktober nach einer Routinekontrolle von einem Unbekannten erschossen worden. Seine Kollegin wurde durch einen Streifschuss verletzt. Seitdem fahndet die Polizei nach den Tätern – bislang jedoch ohne heiße Spur.

Die Belohnung für Hinweise zur Ergreifung der Täter wurde inzwischen auf 55 000 Euro erhöht. Seit Dienstag bittet die Polizei zudem mit mehrsprachigen Fahndungsflugblättern um Hinweise. Sie sollen an rund 3700 Haushalte rund um den Tatort verteilt werden. Darauf ist neben einem Motorrad und einer schwarzen Tasche ein Motorradhelm zu sehen. Darüber hinaus wird an diesem Mittwoch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ nach den Tätern gesucht.

 

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