Aufruhr und Spontan-Demo Abschiebung eines Afghanen nach Protesten in Nürnberg ausgesetzt

Ein Asylbewerber sollte am Dienstag zu seiner Abschiebung abgeholt werden. Der Einsatz lief aber aus dem Ruder. Foto: Sven Hoppe/dpa

Als Ausländerbehörde kam, um den Mann für seine Abschiebung abzuholen, eskalierte die Situation. Das SEK musste anrücken, während sich Menschen zu einer spontanen Demonstration versammelten.

 

Nürnberg - Mehrere Hundert Menschen haben in Nürnberg gegen die Abschiebung eines Mannes aus Afghanistan protestiert. Er sei in Gewahrsam genommen und zum Flughafen gebracht worden. Dort sei dann aber entschieden worden, die Abschiebung auszusetzen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Zu den Gründen der Aussetzung machte er keine Angaben. Vorangegangenen sei jedoch eine medizinische Untersuchung des Mannes. Etwa 500 Menschen hatten laut Polizei gegen die Abschiebung protestiert. Bei der Ingewahrsamnahme waren auch Spezialeinsatzkräfte der Polizei (SEK) zugegen.

Vor wenigen Tagen hatte das afghanische Flüchtlingsministerium eine geplante Sammelabschiebung abgelehnter Asylbewerber aus Deutschland bestätigt, die am Mittwoch in Kabul eintreffen sollten. Seit Dezember 2016 wurden mehr als 500 Männer in Sammelabschiebungen nach Afghanistan gebracht. Die Abschiebungen sind umstritten, weil der Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan andauert.

 

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