Auf "Paula" geht es nur um Paula Herzschmerz-PR: Robin Thicke tanzt auf dem Holzweg

Das neue Album "Paula" von Robin Thicke Foto: Universal

Erst der Höhenflug, dann die Bruchlandung: Robin Thicke hat seit seinem großen Durchbruch nur noch Probleme. Sein neues Album handelt von einem von ihnen: Ex-Frau Paula. Die wird nach der massiven PR-Aktion allerdings eher noch schneller rennen.

 

Los Angeles - Seit seinem überdimensionalen Durchbruch hat es Robin Thicke nicht leicht. Sein Hit "Blurred Lines" wurde zur Vergewaltigungshymne ("I know you want it") degradiert. Seine letzte Twitter-Aktion artete im totalen Shitstorm aus. Und seine Jugendliebe, die Schauspielerin Paula Patton, hat ihn verlassen, nachdem er angeblich fremdgegangen ist. Zumindest letzteren Schicksalsschlag möchte er so nicht stehenlassen - und widmet seiner Exfrau sein neues Album "Paula".

Es ist bereits sein siebtes Album, und dass Thicke überhaupt schon so lange im Geschäft ist, dürfte die meisten überraschen. Der 37-Jährige Schauspieler und Sänger bringt schon seit über zehn Jahren Musik heraus, in dessen Titeln das "You" prinzipiell mit "U" abgekürzt wird. Ungefähr genauso lange waren Thicke und Paula auch verheiratet.

Fast alle Songs auf "Paula" drehen sich nun um seine erste große Liebe und wie furchtbar es ist, dass sie nicht mehr da ist. Überraschenderweise klingt das sehr viel unterhaltsamer, als es sich anhört. Von seichten Karibik-Gitarren über das klassische Soul-Gewisper bis zum großen Big-Band-Auftritt mit Frauenchor und Rock'n'Roll-Ausflug legt Thicke "Paula" seinen Musikkosmos zu Füßen. Musikalisch balanciert er damit die verschiedenen Stile perfekt aus, erinnert mal an Justin Timberlake, mal an Michael Buble, wirkt trotzdem nie überladen und wirft noch einen potenziellen Sommerhit auf den Markt ("Too Little Too Late").

Rein musikalisch hätte Thicke den Mainstream damit locker überzeugen können. Aber die bis zum Anschlag ausgereizte PR-Masche dürfte den gegenteiligen Effekt haben. Die Talkshow-Auftritte, in denen sich Thicke schluchzend über sein Unglück auslässt, sind textlich noch interessanter als die Lyrics auf diesem Album. Und der Auftritt bei den BET-Awards, bei dem Thicke mit gesenktem Kopf über dem Klavier sitzt, während hinter ihm in großen Leuchtbuchstaben "Paula" aufleuchtet, machte das Ganze auch nicht besser - weil man nicht mehr wusste, ob jetzt die verlorene Frau oder doch eher das neue Album gemeint war.

 

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