Auf Mayer folgt Schottenhamel Machtwechsel beim Münchner Gaststättenverband

Mögen und respektieren sich: Christian Schottenhamel (l.) und Conrad Mayer. Foto: BrauerPhotos / B.Lindenthaler

Conrad Mayer hört nach 16 Jahren als Münchner Dehoga-Chef auf. In der AZ sagt er, wie es ihm dabei geht und warum er Wiesnwirt Christian Schottenhamel als Nachfolger gut findet.

 

München – Das Bild, das sich kürzlich beim Gastronomenball auf dem Nockherberg bot, sollte schon mal die künftige Richtung vorgeben: mit Vollgas nach vorn. Auf einer Vespa saß Hausherr Christian Schottenhamel, dahinter der langjährige Hotelier Conrad Mayer. Dass die beiden Herren in ihren feinen Anzügen im Schnaps-Standl landeten – mei, das war so freilich nicht geplant, aber der Mini-Unfall sorgte glücklicherweise mehr für Lacher als für blaue Flecken.

Und doch passt auch das: Wer etwas bewegen will, darf sich von Hürden nicht aufhalten lassen. Die beiden Männer verbindet nämlich weit mehr als eine gemeinsame Vespa-Fahrt.

Am Dienstag folgt Schottenhamel auf Mayer

Nächsten Dienstag wird Conrad Mayer nach 16 Jahren sein Amt als Münchner Dehoga-Vorstand (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) abgeben. Bei der Jahreshauptversammlung findet ein Machtwechsel statt – er feiert seinen Abschied an der Gastro-Spitze und anschließend wird auch gleich sein Nachfolger gewählt.

Der umtriebige Wiesnwirt, Wiesnwirtesprecher und Nockherberg-Wirt Christian Schottenhamel wird Mayer ablösen – zuletzt war er dessen Stellvertreter. Obwohl die Wahl noch nicht offiziell stattgefunden hat, steht es inoffiziell schon fest. Wie kommt’s? Conrad Mayer zur AZ: "Natürlich wird der Dehoga-Vorstand demokratisch gewählt, aber so weit ich weiß, ist Christian Schottenhamel der einzige Kandidat." Augenzwinkernd ergänzt er: "Somit dürfte er die Wahl auch sicher gewinnen."

Dass Schottenhamel – anders als er – Wiesnwirt ist, stört Mayer nicht: "Ich bin froh und finde es gut, wenn es Christian macht. Man muss den Job auch machen wollen – bei 100 Terminen im Jahr, die zusätzlich auf einen zukommen."

Mayer hatte neben seinem Vorstandsamt bis zum 3. Dezember letzten Jahres noch ein Hotel zu führen – das Conrad-Hotel de Ville in der Schillerstraße. Der Pachtvertrag lief aus, und "ohne Hotel", sagt Mayer, "macht auch der Dehoga-Vorstand nicht mehr so viel Sinn."

Mayer vor dem Dehoga-Ende: "Es ist ein Wechselspiel der Gefühle"

Wie geht es ihm jetzt, so kurz vorm Dehoga-Ende? "Ja, mei. Es ist ein Wechselspiel der Gefühle. Einerseits bin ich traurig, weil es mir viel Spaß gemacht hat. Andererseits muss ich loslassen und freu mich auf die Zukunft."

Denn von einer Rente will er nichts wissen: "Ich schreibe meinen zweiten Roman. Der wird mit der Gastro-Welt allerdings nichts zu tun haben." Inspirationen bekommt er von seiner Frau Mira, die "mediale Fähigkeiten hat", wie Mayer erklärt. "Das klingt schnell durchgeknallt, aber ich habe begonnen, ihre Wahrnehmungen sehr ernst zu nehmen."

Obendrein möchte er ein bisserl reisen, zum Beispiel in eine seiner Lieblingsstädte: Rom.

In einer Airbnb-Bleibe wird er dort während seines Urlaubs allerdings nicht übernachten – niemals: "Das habe ich seit Jahren in München probiert zu bekämpfen. Auch nach meiner Amtsaufgabe ändert sich meine Meinung dazu nicht."

 

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