Auf ins Watt Wattwandern an der Wurster Nordseeküste

Unvergleichlich: eine Wattwanderung an der Nordsee. Foto: Ulrike Dräger

Wandern in den Bergen – ein Traum mit Weitblick. Wandern in Niedersachsen – ein langweiliger Blick ins platte Land? Nein, weit gefehlt, auch im hohen Norden kann man wunderbare, spannende Wanderungen, gerade auch mit Kindern, unternehmen. An der Nordseeküste zwischen Cuxhaven und Bremerhaven zum Beispiel liegt die herrliche und noch nicht völlig überlaufende Ferienregion Cuxland/Wurster Nordseeküste. Direkt am Deich und am UNESCO Weltnaturerbe “Niedersächsisches Wattenmeer” hat man einen völlig freien Ausblick auf die Nordsee und die davor liegende Wattlandschaft.

 

Ebbe und Flut

Ein Blick auf die sogenannten Tidenzeiten, die überall veröffentlicht sind, lässt die Wanderer planen, wann täglich Ebbe und Flut herrscht und eine Wattwanderung möglich ist. Natürlich ist dennoch Vorsicht geboten, denn auch bei Ebbe kann es passieren, im Boden einzusinken und wenn man nicht aufpasst, festzustecken. Daher sollte man die abgesteckten Wege raus ins offene Meer, das während der Ebbe gar nicht so nach wilden Gezeiten aussieht, nicht verlassen. Ganze Gruppen von Wanderern strömen zur Ebbezeit mit geführten und nicht geführten Wanderungen durchs Watt. Pferdekutschen ziehen Wagen mit Touristen und auch Einheimischen durchs Watt und manchmal auch etwas höher stehende Wasser zur Insel Neuwerk, einem Eiland in der Nordsee, das auf den ersten Blick wirkt wie Cornwall einem Rosamunde Pilcher Film entsprungen.

Barfuß ins Watt

Ein wenig Überwindung kostet es schon, wenn nicht gerade hochsommerliche Temperaturen herrschen, was an der Nordsee auch im kalendarischen Sommer einmal vorkommen kann, seine Schuhe auszuziehen und den ersten Schritt in den Schlamm zu wagen. Kalt, dazu sehr, sehr matschig für den an bayrischen Almboden gewohnten Fuß. Manch ein Erwachsener wünscht sich dann doch die Gummistiefel herbei, die aus Platzgründen beim Packen der Koffer doch stehen gelassen wurden. Den Kindern macht das waten durchs Watt nichts aus, sie marschieren munter mit ihren Eimern los, den Blick auf den Boden, um jede noch so kaputte Muschel einzusammeln. Nach kurzer Zeit schon gewöhnt sich aber auch die anfangs zickige Mutter daran, den ganzen Fuß in den Boden zu setzen, dennoch immer bemüht einen Bogen um die eine oder andere Qualle oder den aufgewühlten Sand, unter dem sich ein Wattwurm befinden könnte, zu machen. Ein Blick zurück zu den Schuhen zeigt, wie schnell man vorwärts kommt und irgendwie dann plötzlich gefühlt mitten im Meer steht. Bald heißt es dann leider schon wieder den Rückweg antreten und alle bereuen es, nicht früher losgewandert zu sein und noch mehr Zeit im Watt verbringen zu können. Aber die Eimer der Kinder sind voll mit wunderschönen Muscheln und alle sind sich einig: das war auf keinen Fall die letzte Wattwanderung, die nächste dauert länger und führt uns vielleicht bis zur Insel Neuwaerk – mit mehr als nur einem Muscheleimer im Gepäck!

 

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