Auf der Via Damasia zum Auerberg Panoramablick auf Römerart

Der winterliche Auerberg mit der Alpenkette: Den alten Römer war es hier wohl zu kalt. Foto: Pixabay

Vor den nördlichsten Ausläufern der Alpen, wo Oberbayern an Schwaben grenzt, wölbt sich bei Bernbeuren der frei stehende Auerberg (1.055 m) eindrucksvoll aus der sanft geschwungenen Landschaft.

 

Seit der Antike gilt die Erhebung als geheimnisumwittert – Grund genug, ihren Rätseln auf einer leichten Herbstwanderung zum Gipfel auf den Grund zu gehen. Nehmen Sie Ihre Kinder mit!

Stand hier eine Keltenmetropole?

Im Mittelalter hieß er noch Urberc, was so viel wie Eisenberg heißt. Keltische Spracheinflüsse sind unverkennbar. Die Kelten waren es auch, die den nachrückenden Römern hier einen perfekten Platz für eine Höhenfestung hinterließen.

Der römische Geograph Strabo berichtete von der blühenden Keltenstadt Damasia, die hier mit einer Akropolis prunktete und 50.000 Einwohnern ein Zuhause geboten haben soll. Hierüber streitet allerdings die Wissenschaft.

Tatsache ist, dass unter Kaiser Tiberius (14 bis 37. Chr.) auf dem Auerberg eine gut verschanzte Militärsiedlung hochgezogen wurde, die das Land weitum beherrschte. Zahlreiche Ausgrabungsstücke künden davon. Weshalb die Römer aber nach nicht einmal 50 Jahren wieder das Feld räumten, ist ein weiteres Rätsel der Geschichte.

Immer dem Römer nach

Im Auerbergmuseum in Bernbeuren vermutet man, den Römern sei es dort oben schlicht zu kalt gewesen. In diesem alten Bauernhaus beginnt auch unsere Wanderung. Die Ausstellung verrät viel über das ländliche Leben im Ostallgäu und wartet mit einer sehenswerten Ausstellung über die Römerzeit auf.

Danach geht es ein Stück auf der nur mäßig befahrenen Auerbergstraße entlang, der wir bis zu einem geschnitzten Römer folgen. Hier kann man auch sein Fahrzeug abstellen, falls man das Museum auslassen möchte. Der Wanderweg (rund 1,5 Stunden) führt rechts der Straße über Wiesen zur Feuersteinschlucht – ein Erlebnispark für große und kleine Kinder. Sieben Stationen vermitteln aus „Römersicht“, was hier an Besonderheiten der Tier-und Pflanzenwelt sowie der Geologie zu erkunden ist. Dabei heißt es: Immer dem rauschenden Bach nach, der sich hier über Felsgestein und Kaskaden seinen Weg sucht.

Die Zugspitze grüßt von ferne

Hinter der Schlucht wechseln wir auf die andere Seite der Straße, kommen an einem Bauernhof vorbei und nehmen den Jägersteig zum Gipfel. Schon hier bietet sich ein atemberaubender Panoramablick auf die Allgäuer Alpen im Südosten. Oben lohnt ein Besuch der Pfarrkirche St.Georg, die außen spätgotisch, innen barock ist.

Auf der Aussichtsplattform am alten romanischen Sattelturm kann das Auge bis zum Schloss Neuschwanstein und zur Zugspitze schweifen. An klaren Tagen sollen die Türme der Münchner Frauenkirche zu sehen sein. Wer die Sagen vom Georgsritter kennt, vom See, in dem der Berg eine Insel bildete, und von dem gestraften Volk, das in sein Inneres verbannt wurde – hier werden sie lebendig. Vielleicht spüren auch Sie, weshalb die Allgäuer in früheren Zeiten den Auerberg wie einen lebenden Organismus betrachteten. Nach einer anschließenden Besichtigung der Reste römischer Wallanlagen ist es keine schlechte Idee, sich im Panorama-Gasthof für den Rückweg zu stärken.

 

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