Auf dem Frühlingsfest Prozess: Drei FC-Bayern-Fans treten BVB-Anhänger fast tot

Die Angeklagten (v. l.): Daniel D. (17), Altug Ö. (19) und Julius M. (21). Hinter ihnen die Anwälte (v.l.): Tom Heindl, Özhan Erenoglu und Alexander Kraffczyk. Foto: Torsten Huber

Auf dem Frühlingsfest singen die drei Schläger ein Schmählied auf die Borussia. Die Fans der Dortmunder fordern sie auf, „die Fresse zu halten“. Später kommt es zu einer heftigen Schlägerei.

 

Ludwigsvorstadt - Der Prozess um eine fast tödliche Schlägerei zwischen Bayern- und BVB-Fans auf dem Münchner Frühlingsfest 2013 beginnt mit einem Eklat: Die Schöffin Carmen D. wird von den Strafverteidigern als befangen abgelehnt, weil sie den Vater des Angeklagten Julius M. (21) kennt: „Sie hat ihn geduzt und mit ihm ein Gespräch am Eingang des Justizgebäudes geführt.“ Damit ist die ehrenamtliche Richterin von diesem Verfahren ausgeschlossen.

Mit vier Stunden Verspätung und einer neuen Schöffin wird das Verfahren vor der Jugendkammer wegen versuchten Totschlags fortgeführt: Die Angeklagten Julius M., Altug Ö. (19) und Daniel D. (17) sind am 4. Mai mit acht Freunden auf dem Frühlingsfest. Sie feiern im „Bayernland-Festzelt“, trinken Bier, singen. Azubi Altug Ö. sagt vor Gericht: „Die Stimmung ist so gut gewesen.“ Vier Maß habe er getrunken.

Gegen 23 Uhr verlässt die Gruppe das Zelt. Sie gehen zur U-Bahn-Station Theresienwiese (U4, U5). Die drei Angeklagten grölen ein Schmählied auf die Dortmunder.

Kurz vor dem Fahrgeschäft „Top-Spin“ steht eine Gruppe Iraker. Anscheinend BVB-Fans. Sie fordern die Bayern-Fans auf, „die Fresse zu halten.“ Einer der Iraker baut sich bedrohlich vor Altug Ö. auf, der dann den Iraker wegschubst.

In dem Moment greifen Zivilpolizisten ein, halten die Iraker fest. Altug Ö. und seine Freunde gehen weiter. Altug Ö. sagt: „Plötzlich bekomme ich von hinten einen Faustschlag gegen den Hals.“ Dann geht alles blitzschnell: Die Fäuste fliegen. Der Iraker Maher H. (23) geht zu Boden. Seine beiden Freunde laufen weg, als die Spezln der Bayern-Fans auftauchen.

Altug Ö. und seine beiden Spezln sollen mit den Turnschuhen gegen Kopf und Oberkörper des Opfers getreten haben. „In der Art eines Fußballers, der gegen einen Fußball tritt“, so der Staatsanwalt. Erst als die Polizei kommt, sollen sie vom bewusstlosen Opfer abgelassen haben.

Die Verteidiger bestreiten die gezielten Fußtritte. Altug Ö. sagt: „Im Weglaufen muss ich in Richtung des Irakers getreten haben. Mehr weiß ich nicht. Maher H. zieht sich einen Nasenbeinbruch, Hirnblutungen und Lähmungen am Mund, rechten Arm und Bein zu. Heute noch hat er Lähmungserscheinungen. Am 18. Februar soll das Urteil fallen.

 

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