Auf CSU-Antrag Bushaltestellen in München sollen aufgerüstet werden

, aktualisiert am 08.11.2019 - 20:39 Uhr
Nicht alle Bushaltestellen in München sind überdacht. (Symbolbild) Foto: AZ

Bei Bus und Trambahnen sollen Wartehäuschen kommen. Zudem will die Rathaus-Fraktion Sitzbänke – und es soll überall digitale Zeitanzeigen geben.

 

München - Die Redewendung, mit der Fraktionschef Manuel Pretzl die CSU-Forderung ankündigt, drängt sich bei dem Thema geradezu auf. "Ich möchte an keiner Haltestelle in München Leute im Regen stehen lassen“, sagt er – während er zusammen mit CSU-OB-Kandidatin Kristina Frank am Freitag selbst im Regen an der Bushaltestelle "Marienplatz" steht.

"In München gibt es 1.000 Haltestellen, die keinen Wetterschutz haben“, sagt Kristina Frank. Das will ihre CSU jetzt ändern. Sie fordert in einem Antrag: Alle Tram- und Bushaltestellen müssen mit Wartehäuschen ausgestattet werden.

München: 1.000 Haltestellen ohne Wetterschutz

Und mit allen meint die CSU auch alle. Pretzl sagt: "Selbst an den Haltestellen, wo wenig Platz ist, muss eine Lösung gefunden werden."Geprüft werden sollen von der MVG etwa Sonderformen von Überdachungen, die mit wenig Platz auskommen.

Pretzl: "Im Notfall reichen auch zwei Stangen im Boden mit Überdachung."Er findet: "Wetterschutz ist kein Luxus, sondern ein Ausstattungsmerkmal eines attraktiven öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)!"Deshalb sollen die Haltestellen – sofern räumlich möglich – zusätzlich mit Bänken ausgestattet werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt, um den ÖPNV attraktiver zu machen, sei, so Kristina Frank, die Wartezeitenanzeige.

Mitte 2020 sollen es 2.000 überdachte Haltepunkte geben

In München gibt es 1.200 Bus- und Tramhaltestellen mit insgesamt 2.800 Haltepunkten, teilt MVG-Sprecher Matthias Korte der AZ auf Anfrage mit. Von den Haltepunkte sind 1.750 überdacht. Mitte 2020 sollen 250 weitere Haltepunkte mit Wartehäuschen ausgestattet werden – dann gibt es also schon 2.000 überdachte Haltepunkte.

"Es ist unser eigenes Ziel, uns da zu verbessern“, sagt Korte. Bei den 250 geplanten Überdachungen seien bereits "schlankere Varianten"dabei, sagt der MVG-Sprecher weiter. Bei jeder neuen Überdachung muss neben dem Platz auch der Untergrund geprüft werden – denn die Wartehäuschen stehen nicht nur auf einem massiven Fundament, sondern müssen auch an Strom angeschlossen werden.

Wartehäuschen werden durch Werbung finanziert

Während sich Wartehäuschen komplett über Werbeeinnahmen finanzieren, gestaltet sich die Finanzierung von Wartezeitenanzeigen – bei der MVG heißen sie Dynamische Fahrgastinfo – schwieriger.

Laut Korte sind derzeit 900 der 2.800 Haltepunkte – also etwa jeder dritte – mit Warteanzeigen ausgestattet. Nächstes Jahr kommen 100 neue dazu, 200 alte werden durch neue ausgetauscht. Das Bundesverkehrsministerium übernimmt bei der (Neu-)Ausstattung zumindest anteilig die Kosten.

Lesen Sie hier: Bund stockt Zuschüsse für regionalen Nahverkehr auf

 

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