Auf bayerischen Autobahnen Bundespolizei beklagt Schleuser-Boom

Allein am Dienstag verhinderte die Bundespolizei die illegale Einführung von 21 Personen. Foto: Bundespolizei

Die Bundespolizei hat auf den Autobahnen 8 und 93 Richtung München derzeit viel mit Schleuserbanden zu tun. Allein am Dienstag konnten sieben mutmaßliche Schleuser dingfest gemacht werden.

 

Rosenheim / Freilassing – Die Bundspolizei verzeichnet derzeit Schleusungen „am laufenden Band“. Auf der A 8 und der A 93 in Richtung München haben die Grenzfahnder allein am Dienstag (16. Juli) sieben mutmaßliche Schlepper aus Ägypten, Ungarn und Rumänien verhaftet, die insgesamt 21 Personen einschleusen wollten. Ein Ägypter widersetzte sich seiner Festnahme, konnte aber rasch gebändigt und gefesselt werden.

Rosenheimer Bundespolizisten verhaften mehrere ägyptische Schleuser

Auf Höhe Oberaudorf stoppten die Rosenheimer Fahnder Dienstagnacht einen Wagen mit italienischem Kennzeichen. Darin befanden sich der ägyptische Fahrer und drei syrische Insassen. Einige Stunden zuvor beendeten die Bundespolizisten dort die Fahrt von zwei Ägyptern, die mit ihrem in Italien zugelassenen Pkw drei Eritreer beförderten. Der ägyptische Beifahrer war offenbar über den Halt wenig erfreut und wehrte sich angesichts des Vorwurfs der Schleuserei gegen seine Festnahme. Er konnte mittels Handschellen rasch „ruhig gestellt“ werden.

Bei Brannenburg kontrollierten die Fahnder vier Eritreer, die sich von einem Ägypter in einem Auto mit italienischer Zulassung fahren ließen. Nahe Bad Feilnbach zogen die Beamten ein weiteres italienisches Fahrzeug aus dem Verkehr. In diesem Fall saß eine ägyptische Staatsangehörige am Steuer, die mit drei Männern aus Syrien unterwegs war.

Freilassinger Fahnder stoppen Schlepper aus Rumänien und Ungarn

An der Anschlussstelle Piding hielten die Freilassinger Bundespolizisten ein in Ungarn zugelassenes Auto an. Fahrzeugführer war ein Ungar. Seine vier Begleiter stammten aus Pakistan. In einem anderen Wagen mit österreichischen Kennzeichen trafen die Beamten auf einen Rumänen. Dieser beförderte vier Männer. Drei stammten aus Mauretanien und einer aus Mali.

Schlepperbanden kassieren Flüchtlinge ab

Die Kontrollen auf den Autobahnen führten zu identischen Ergebnissen: Fahrer und Beifahrer konnten sich ordnungsgemäß ausweisen. Ihre Begleiter hingegen hatten keine Papiere dabei. Die unerlaubt Eingereisten mussten eigenen Angaben zufolge zum Teil tausende von Euro beziehungsweise Dollar für ihre Schleusung zahlen.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnten sie zunächst der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München zugeleitet werden. Die mutmaßlichen Schleuser wurden angezeigt und in Haft genommen. Über ihre Strafen und den weiteren Verbleib werden die zuständigen Gerichte schon bald entscheiden. Indessen hat die Bundespolizei gegen die Hintermänner der Schlepperbanden die Ermittlungen aufgenommen.

 

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