Auch im Pokalfinale in der Hauptrolle? Arjen Robben, der Mann der großen Spiele

Arjen Robben spielt am Samstag sein letztes Finale für den FC Bayern. Foto: imago/Lackovic

Arjen Robben, der am Samstag zum letzten Mal für den FC Bayern aufläuft, ist einer für die entscheidenden Momente – die AZ zeigt hier die Endspiele, in denen der Holländer eine besondere Rolle spielte.

 

München - Sein emotionales Finale hat Arjen Robben bereits gespielt. Das glaubt zumindest Arjen Robben. "Es hört sich vielleicht blöd an, aber ich habe so für diesen Tag gelebt", sagte der Niederländer am vergangenen Samstag, als er gerade sein letztes Heimspiel für den FC Bayern bestritten hatte. 5:1 gegen Frankfurt, Robbens achter Meistertitel war perfekt. Und dann gelang ihm auch noch ein Treffer nach Einwechslung zum Endstand.

"Es war das Wichtigste für mich, noch einmal im eigenen Stadion vor den eigenen Fans aufzulaufen. Das war für mich ein Traum", erklärte der 35-Jährige weiter: "Natürlich geht dann noch mal der Fokus auf Samstag. Aber für mich war das heute viel wichtiger."

FC Bayern: Arjen Robben will seinen 20. Titel

Ob Robben immer noch so denkt, falls er an diesem Samstag gegen RB Leipzig (20 Uhr/Sky und ARD und im AZ-Liveticker) den möglichen Siegtreffer erzielen sollte? In seinem 309. Pflichtspiel für Bayern, seinem allerletzten? Zum fünften Mal könnte der Niederländer den deutschen Cup gewinnen, es wäre sein 20. Titel insgesamt mit den Münchnern. Bemerkenswert!

Und wenn man sich Robbens Historie in Endspielen anschaut, dann muss ja eigentlich wieder was Verrücktes passieren. Denn der Mann der Finals spielte oft eine Hauptrolle.

Die AZ blickt auf die wichtigsten Final-Momente zurück:

2010: Gleich seine Premierensaison bei Bayern ist für Robben eine herausragende. Nach seinem Wechsel von Real Madrid ("Die beste Entscheidung meiner Karriere") führt er die Münchner gemeinsam mit Franck Ribéry zum Double, im Champions-League-Finale scheitert die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal an Inter Mailand. Robben bleibt glücklos, ebenso wie wenige Wochen später mit dem Nationalteam: Im WM-Endspiel vergibt er gegen Iker Casillas die riesige Chance zum 1:0, am Ende triumphieren die Spanier.

2012: Robbens schlimmste Spielzeit. Bayern wird dreimal nur Vize, Robben vergibt sowohl im vorentscheidenden Meisterschaftsspiel in Dortmund als auch im Champions-League-Finale dahoam gegen Chelsea einen Elfmeter. Im Pokal-Endspiel gegen den BVB trifft er zwar vom Punkt, aber Bayern verliert 2:5.

Tiefpunkt: Bei einem Testspiel nach der Saison zwischen Bayern und den Niederlanden wird Robben von den Münchner Fans ausgepfiffen. "Es war wie ein Schock", sagt der Offensivstar im Rückblick bei DAZN. "Natürlich hast du das Gefühl: Dann gehe ich halt woanders hin. Aber ich habe das verarbeitet und wollte nur ein Ding: die neue Saison anfangen."

2013: Und wie ihm das gelingt. Im Triple-Jahr ist Robben zusammen mit Ribéry, der gegen Leipzig ebenfalls letztmals zum Bayern-Kader gehört, der entscheidende Spieler. Im Champions-League-Finale gegen Dortmund trifft Robben zum 2:1, Mr. Wembley ist geboren. "Einerseits waren es Enttäuschungen, andererseits waren es auch ganz große Momente", sagt Robben zu seiner zehnjährigen Bayern-Karriere: "Das war immer mein Ziel: Ich wollte diese Champions League gewinnen." Er habe schon in den Tagen vor dem Endspiel diese "Überzeugung" innerhalb des Teams gespürt: "Zweimal haben wir ein Finale verloren, ein drittes Mal wird nicht passieren. Ich war voller Selbstvertrauen."

2014: Auch unter Pep Guardiola ist Robben ein Schlüsselspieler. In der ersten Saison des katalanischen Trainers holt Bayern das Double, Robben trifft im Pokalfinale gegen Dortmund (2:0) zum 1:0. Anschließend überragt der Niederländer auch bei der WM, wird mit seinem Team Dritter.

Und 2019? Trainer Niko Kovac wird Robben wie schon am Samstag gegen Frankfurt zunächst auf der Bank lassen. Aber allzu lang sollte der Coach nicht zögern: Denn Robben, der Mann der Finals, ist bereit für einen letzten großen Moment.

 

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