Atomausstieg Atomausstieg: Angst vorm Blackout

In Zukunft werden viel mehr Stromleitungen das Land überziehen - eine Folge der Energiewende. Foto: dapd

Was, wenn plötzlich die Maschinen stillstehen? Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft warnt in Folge der Energiewende vor Engpässen bei der Stromversorgung.

 

MÜNCHEN - Der Netzausbau, so wie er heute geplant ist, reiche nicht aus, um die Stromversorgung in Bayern künftig zu sichern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die gestern vorgestellt wurde.

„Mit schrittweiser Abschaltung der Kernkraftwerke ab 2015 entsteht bei uns eine Versorgungslücke“, sagt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Bayern sei besonders stark betroffen: Der Freistaat hat mit über 50 Prozent den höchsten Anteil der Kernenergie an der Stromversorgung. Und er liegt fernab etwa von den Küstenregionen mit ihrer stark wachsenden Zahl von Windkraftwerken.

Sprich: Von dort muss künftig viel mehr Strom gen Süden gebracht werden. „Die Lücke zwischen benötigter Spitzenlast und gesicherter Erzeugung in Bayern vergrößert sich bis 2023 sogar auf 25 Prozent“, sagt Brossardt.

Genau da setzt die Sorge der bayerischen Wirtschaft an. Sie hält die bisherigen Pläne für die Erweiterung des deutschen Stromnetzes nicht für ausreichend. Allein mit dem konventionellen Ausbau sei es nicht getan. Stattdessen müsse ein völlig neues Langstreckennetz etabliert werden – so genannte „Stromautobahnen“. Brossardt appelliert: „Wollen wir den Wirtschaftsstandort Bayern mit seinem hohen Industrieanteil und seinen vielen energieintensiven Unternehmen nicht gefährden, müssen die Pläne dringend erweitert werden!“ Und das so schnell wie möglich.

Keine Frage, dass die Energiewende und auch der Netzausbau teuer werden. An den Kosten beteiligen mag sich Bayerns Industrie aber nicht. Es gäbe eine Zusage von Ministerpräsident Horst Seehofer, dass sie keine höheren Preise bezahlen müsse, hieß es bei der vbw. Was das bedeutet, ist klar: Der Privatverbraucher wird zur Kasse gebeten.

 

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