ARD-Krimi mit Harald Krassnitzer AZ-Kritik zum Wiener "Kaugummi"-Tatort

"Tatort: Gier": Die Mitarbeiterin einer Chemiefabrik ist tot - das Wiener Team ermittelt Foto: ARD Degeto/ORF/Petro Domenigg

Auch die Besten dürfen Mal danebenhauen: Die Handlung im aktuellen "Tatort" aus Wien hat etwas kaugummiartiges, was aber zum Großteil dem Drehbuch geschuldet ist. Die AZ-Kritik von Ponkie.

 

München - Dass auch ein Spitzen-Paar wie die Wiener Ermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) gelegentlich von einem schwachen Drehbuch ausgehebelt wird, gehört zu den unvermeidlichen Verschleiß-Gefahren des kriminalistischen Kreativ-Gewerbes. Insofern müssen auch die Besten ab und zu mal danebenhauen dürfen.

In dem Mentalitätserforschungskrimi „Gier“ führt der profitbedingste Materialfehler einer Schutzanzug-Firma zum Säureverätzungstod einer Chemiekonzern-Mitarbeiterin – und bis Eisner & Fellner da durchblicken, dauert es arg lang.

Man redet viel über den Charakter der Tatverdächtigen, rätselt anhand eigener Erfahrungen über die Ärgernisse mit Beruf und Familie, lässt sich von den Vorgesetzten blöd anreden und macht sich als einsames Kollegenpaar Gedanken über die Todsünde der Gier.

Ein Kaugummi-„Tatort“, der zwar vom Wiener Sprach-Nerv für das Abgründige lebt, aber relativ langatmig durch die hochgiftigen Chemiedämpfe des verseuchten Tatorts schnauft.

Aber immerhin: Die Donauwellen-Aura der Gemüter zwischen Mord und Beerdigung reicht für eine Wiener-Würschtl-Brotzeit.

 

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