ARD-Krimi am Sonntag Verloren im Netz: Die TV-Kritik zum Bremen-Tatort "Echolot"

Die Schauspieler Sabine Postel, Camilla Renschke und Oliver Mommsen (l-r) stehen am 06.04.2016 in Bremen während eines Fototermins bei den Dreharbeiten zum "Tatort - Echolot" zusammen. Foto: dpa

Im Bremer Tatort „Echolot“ (ARD, Sonntag 20:15 Uhr) lebt das Opfer im Netz weiter: Gute Idee, eher schwacher Film. Die TV-Kritik der Abendzeitung.

 

München - Nachts auf der Straße, Lichter flackern, alles verschwimmt – was ist real, was Schein? Diese erste Szene des Bremer Tatort „Echolot“ gibt das Grundmotiv vor. Denn hier geht’s genauso durcheinander zwischen virtuellen Welten und knallharter Wirklichkeit.

Tatsache ist, dass eine junge Frau tot aus ihrem Wagen geborgen wird. Doch Vanessa Arnold (Adina Vetter), die Mitgründerin eines Bremer Start-ups, lebt weiter: im Netz. Und das ziemlich überzeugend, denn die digitale Assistentin „Nessa“ ist perfekt animiert. Die Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) bringt das erst recht durcheinander. Wie Statisten stolpern sie durch die 90 Minuten, werfen mit Standardfragen um sich und wirken dabei wie zwei Hundertjährige, die sich in einen Apple Store verirrt haben.

Gut, dass ihnen Linda Selb (Luise Wolfram) unter die Arme greift und fix erkennt, dass es die böse Bord-Software war, die in Vanessas Wagen bei 150 das Lenkradschloss einrasten ließ. Trotz der Parallelen zum Stuttgarter Tatort „HAL“ hätte die Entwicklerin, die von der eigenen Software gekillt wurde, zum tollen Fall werden können.

Doch alle treten auf der Stelle und üben sich in Plattheiten. Schade.

 

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