ARD-Krimi am Sonntag So wird der Münchner "Polizeiruf 110" mit Matthias Brandt

Baumann (Karl Markovics, r.) will Meuffels (Matthias Brandt) von seiner Schuld überzeugen Foto: BR/Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG/Kerstin Stelter

Ein Frauenmörder bringt sich um. Doch plötzlich taucht ein Mann auf, der behauptet, der wahre Mörder der Teenagerin gewesen zu sein. Hat Kommissar Hanns von Meuffels einen Fehler gemacht? - Ob das Einschalten bei diesem "Polizeiruf" ein Fehler ist, erfahren Sie hier.

 

Im "Polizeiruf 110: Und vergib uns unsere Schuld" (Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste) geht es um "den ewigen Kampf in uns und in der Gesellschaft um die Wertvorstellungen: Was ist gut und was ist böse?" - so fasste Schauspieler Karl Markovics (52, "Die Fälscher") im Interview mit der Nachrichtenagentur spot in news den Inhalt des Krimis zusammen.

Das ist die Story

Miriam (Lola Dockhorn) beim Baden im See im Sommer 2006 Foto:BR/Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG/Philipp Haberlandt

Tim Haffling (Sebastian Griegel), der wegen der Ermordung der 16-jährigen Miriam (Lola Dockhorn) eine lebenslange Haftstrafe absitzt, bringt sich in seiner Zelle um. Plötzlich taucht Jens Baumann (Markovics) bei Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt, 54) auf und bekennt sich zu der Tat, wegen der Haffling einsaß. Hanns von Meuffels führte damals die Ermittlungen, und auch wenn die Leiche des Teenagers nie gefunden wurde, sprachen alle Indizien für Hafflings Schuld. Der Kommissar hält Baumann für einen Trittbrettfahrer. Doch der beharrt auf seinem Schuldeingeständnis und will für die Tat bestraft werden.

Lohnt sich das Einschalten?

Baumann (Karl Markovics, l.) redet sich im Gespräch mit Meuffels (Matthias Brandt) in Rage Foto:BR/Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG/Kerstin Stelter

Uneingeschränkt ja! Die Geschichte ist packend geschrieben und faszinierend erzählt. Die beiden Hauptdarsteller, Brandt und Markovics, zeigen das volle Repertoire ihrer Schauspielkunst. Und die Fragen, die behandelt werden, sind groß: "Schuld und wie man damit umgeht" ist für Regisseur Marco Kreuzpaintner (38, "Krabat") das zentrale Thema des Films. Eine andere Frage drängt sich ebenfalls auf: Könnte mir das auch passieren? Wer allzu voreilig "mir auf keinen Fall" antwortet, dem sagt Kreuzpaintner: "Never say never..."

Das Wetter

Baumann (Karl Markovics, r.) und Meuffels (Matthias Brandt) treffen auf Renate Springer (Sylvana Krappatsch), die Mutter des getöteten Mädchens Foto:BR/Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG/Kerstin Stelter

Die Geschichte wird mit vielen Rückblenden erzählt. Aushalten lassen sich diese nicht immer leicht, unterscheiden aber sehr wohl, denn es regnet viel: "Im Kontrast zu dem heißen Wetter während der Zeit des Sommermärchens 2006, in der das Mädchen verschwindet, regnet es in der Jetzt-Zeit fast komplett", erklärte Kreuzpaintner am Rande der Präsentation der BR-Filmhighlights 2016 in München.

Die Musik

Meuffels (Matthias Brandt) ermittelt in Waldkreitling - und legt die Heintje-CD ein Foto:BR/Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG/Kerstin Stelter

Die Musik des einstigen Schlager-Kinderstars Heintje (60) spielt in gewisser Weise auch eine wichtige Rolle: Sie ist eine Art roter Faden, "weil der wegen des Mordes an dem Teenager verurteilte junge Mann Haffling relativ schnell aus der Geschichte verschwindet", so Kreuzpaintner. "Ich wollte ein Element haben, das durch den Film hindurchgehend die Schuld von Haffling immer präsent erscheinen lässt." Nur ein Beispiel dafür, wie bewusst jedes Bild, jedes dramaturgische Mittel, jedes Detail in dem Krimi gesetzt sind.

Wer spielt den mutmaßlichen Mörder?

Baumann (Karl Markovics) durchlebt die Tat gedanklich noch einmal Foto:BR/Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG/Kerstin Stelter

Karl Markovics spielt den mutmaßlichen Mörder, der sich plötzlich ins Spiel bringt. Bekannt geworden ist der Wiener Schauspieler, zusammen mit Tobias Moretti (56), in den 1990er-Jahren als Kommissar Stockinger in der TV-Serie "Kommissar Rex". Die beiden Schauspieler sind seither gut befreundet. Mit einem anderen wichtigen Austro-Star verbindet Markovics ebenfalls etwas: der Oscar. Hat Christoph Waltz (59) diese Auszeichnung persönlich schon zweimal gewonnen, spielte Markovics ebenfalls bereits in zwei oscarprämierten Streifen mit: "Grand Budapest Hotel" (2014) und "Die Fälscher" - letzerer wurde 2008 Bester fremdsprachiger Film, mit Markovics in der Hauptrolle.

 

 

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