Arbeiten beginnen im Oktober Ärgernis Kopfsteinpflaster: Am Hofbräuhaus wird's glatt

Auf dem Kopfsteinpflaster am Hofbräuhaus holpert es mit dem Kinderwagen momentan noch recht ordentlich. Foto: Daniel von Loeper

Auf dem groben Kopfsteinpflaster können Rollis bisher nur dahinrumpeln. - das soll sich nun ändern: Die Stadt lässt die 3.300 Quadratmeter am Platzl für einen höheren sechsstelligen Betrag abschleifen.

 

München-Altstadt - Was ein empfindlicher Magen gar nicht braucht – gerade, wenn er ein paar Bier intus hat: Dieses ewige Schuckeln auf dem Kopfsteinpflaster. Für den Bereich vor dem Hofbräuhaus hat sich die Stadt deshalb nun eine findige Lösung einfallen lassen.

Das Pflaster soll mit Zementmörtel verfugt und anschließend großflächig abgeschliffen werden. Durch diese Technik bleibt zwar die Kopfstein-Optik erhalten, es entsteht aber eine ebene Fläche, dir vor allem Rollstuhlfahrern und Müttern mit Kinderwagen das ständige Geholper erspart. (Lesen Sie auch: Problemzone Landshuter Altstadt - Barrierefrei ist anders)

Utz: "Kopfsteinpflaster für Rollifahrer eine totale Katastrophe"

Entwickelt hat dieses Verfahren eine Spezialfirma aus der Schweiz, die im Oktober nun damit beginnen soll, am Platzl und in der Orlandostraße abschnittsweise die Oberfläche zu glätten. Der Münchner Behindertenbeirat begrüßt die Maßnahme. "Kopfsteinpflaster ist für Rollifahrer einfach eine totale Katastrophe", sagt Oswald Utz, der Behindertenbeauftragte der Stadt.


So soll das Pflaster aussehen, wenn es abgeschliffen ist. Foto: Baureferat

Musterfläche in der Pfisterstraße

Dabei ginge es gar nicht mal so sehr darum, nach einem durchzechten Abend im Hofbräuhaus ohne Magenbeschwerden nach Hause zu kommen, so Utz. Man denke nur mal an MS-Kranke oder an Spastiker: "Die haben auch schon bei einer kleinen Erschütterung Schmerzen", erklärt er.

Die Stadt wird die kompletten 3.300 Quadratmeter am Platzl deshalb nun für einen höheren sechsstelligen Betrag abschleifen lassen. Ursprünglich war vorgesehen, das Pflaster im Rahmen einer turnusmäßigen Sanierung barrierefrei umzubauen.

Nun hat sich das Baureferat aber für eine andere Lösung entschieden. Wie das Kopfsteinpflaster nach der Bearbeitung aussehen wird, kann man sich in der Pfisterstraße ansehen. Dort wurde bereits Anfang 2017 eine Musterfläche mit dem Schleifverfahren behandelt. Das Ergebnis kam gut an – nun darf die Schleifmaschine großflächig ran.

 

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