Ersatzplan fürs Wochenende Stammstrecke gesperrt: So kommen Sie durch München

, aktualisiert am 13.05.2017 - 11:37 Uhr
Zwischen den veröffentlichten Zahlen der MVG und dem Ergebnis eines einjährigen Selbsttests gibt es teilweise große Diskrepanzen. Foto: dpa

Schon wieder ist Münchens Hauptachse dicht - dieses Mal allerdings ganz planmäßig. Wegen Bauarbeiten ist die Stammstrecke zwischen Pasing, Hauptbahnhof, Marienplatz und Ostbahnhof seit der Nacht zum Samstag gesperrt.

 

München - In der Münchner Innenstadt fahren an diesem Wochenende keine S-Bahnen. Auf der Stammstrecke heißt es mal wieder: Nichts geht mehr! Die Bahn führt zwischen Pasing und Ostbahnhof Sanierungsarbeiten durch. Von Freitagabend bis Montagfrüh bleiben die Gleise deshalb gesperrt. Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie stark ist der Verkehr eingeschränkt?

Fahrgäste können Ersatzbusse nutzen. "Der Schienenersatzverkehr läuft bisher völlig problemlos", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Samstag. Ab Montag früh sollen die S-Bahnen wieder fahren.

Zusätzlich kam es bundesweit zu Ausfällen von Anzeigetafeln und Ticketautomaten, da ein Hackerangriff zu Systemausfällen führte. Auch im Münchner Hauptbahnhof fielen die Anzeigetafeln in der Halle und auf den Bahnsteigen aus. Reisende lasen nur den Satz: "Bitte Lautsprecherdurchsagen beachten". Die Fahrscheinautomaten im Münchner Hauptbahnhof funktionierten dagegen. Es gebe auch keine Einschränkungen im Fern- und Nahverkehr, sagte der Bahnsprecher.

Wann genau ist die Stammstrecke dicht?

Am Freitagabend um 22:45 Uhr wurde die Stammstrecke dicht gemacht. Bis Montag in der Früh um 4:30 Uhr fährt zwischen Pasing und Ostbahnhof dann keine S-Bahn mehr. Die zweite Sperrung in diesem Jahr ist für das vorletzte Oktober-Wochenende geplant.

Wie kommt man dann in die Innenstadt?

Die Bahn hat einen Ersatzfahrplan entwickelt: Zwischen Pasing und Ostbahnhof wird alle fünf Minuten ein Bus pendeln. Dieser wird alle Stationen auf der Stammstrecke abfahren. Statt am Stachus hält der Bus allerdings am Lenbachplatz und statt am Marienplatz am Odeonsplatz. In den Abend- und frühen Morgenstunden wird der Takt auf zehn bis 15 Minuten ausgedünnt.

Gibt es keine Alternativen zum Bus?

Doch, die gibt es. Ein paar S-Bahnen fahren nämlich doch – allerdings auch die nicht wie gewohnt: Die S6 aus Tutzing fährt ab Pasing über Regio-Schienen direkt zum Hauptbahnhof, die S8 aus Herrsching über den Südring zum Ostbahnhof und die S7 aus Wolfratshausen hält zwar nicht an der Hackerbrücke, fährt aber sonst ganz normal von der Donnersbergerbrücke zum Hauptbahnhof.

Warum wird die Stammstrecke gesperrt?

Es stehen mal wieder eine Reihe von Instandhaltungsarbeiten und Schönheitsreparaturen an. Schienen müssen abgeschliffen, Glühbirnen ausgetauscht und Graffiti entfernt werden. In den vergangenen Jahren fanden solche Maßnahmen immer verteilt auf mehrere Nächte statt.

Von diesem Jahr an will die Bahn die Bauarbeiten aber bündeln. An zwei Wochenenden im Jahr bleibt die Stammstrecke deshalb in Zukunft gesperrt.

Warum will die Bahn die Sanierungsarbeiten bündeln?

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Wartungsarbeiten deutlich zugenommen. Vergangenes Jahr gab es nur 134 Tage, an denen nicht irgendwo auf der Stammstrecke herumgewerkelt wurde. Um künftig mehr "Funkenzeit" zu haben – so nennen die Fachleute der Bahn die Phase, in der tatsächlich gearbeitet werden kann – will die Bahn die Maßnahmen deshalb zusammenziehen.

So steht dann ein Wochenende zwar alles still, insgesamt sollen baubedingte Fahrplaneinschränkungen dadurch aber reduziert werden.

 

Statt der S-Bahn pendeln zwischen Pasing und Ostbahnhof am Wochenende Ersatzbusse. Diese fahren alle Stationen auf der Stammstrecke an – außer den Marienplatz. Da hält der Bus am Odeonsplatz. Grafik: DB

 

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