Antragspaket zur Elektromobilität CSU: Bis 2030 sollen alle Busse nur noch elektrisch fahren

In Hamburg fährt bereits ein Bus im Linienbetrieb, der vollständig elektrisch angetrieben wird. Foto: dpa

Die Münchner CSU hat ein umfangreiches Antragspaket verabschiedet, das sich voll und ganz dem Thema Elektromobilität verschrieben hat. Kernpunkt: Bis zum Jahr 2030 soll die MVG alle Busse elektrisch betreiben, außerdem soll massiv in die Infrastruktur investiert werden.

 

München - Wie sieht der Verkehr der Zukunft aus? In Zeiten von Diesel-Skandalen, der Endlichkeit von fossilen Brennstoffen und einem immer höheren Umweltbewusstsein der Bürger spielt die Elektromobilität eine große Rolle. Zumindest für die CSU, denn die Christsozialen haben ein umfangreiches Antragspaket an die Stadt vorgelegt, dass sich ganz diesem Thema verschrieben hat.

Sechs einzelne Anträge hat die CSU-Fraktion im Rathaus ausgearbeitet, das gesamte Paket befasst sich mit den unterschiedlichen Aspekten der E-Mobilität. Vom ÖPNV bis zu den Dienstwagen der Stadt München. Das sind die einzelnen Forderungen:

  • Errichtung einer E-Bus-Linie

Dringendster Punkt der CSU ist die Errichtung einer ersten E-Bus-Linie innerhalb des mittleren Rings. "Erste Städte haben inzwischen die Voraussetzungen geschaffen, ganze Buslinien allein mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zu führen. Auch München und die MVG sollten mit gutem Beispiel vorangehen und den ersten mutigen Schritt nun konkret mit einer Buslinie mit Schwerpunkt innerhalb des Mittleren Rings angehen", so Manuel Pretzel, umweltpolitischer Sprecher der CSU. Außerdem solle man prüfen, ob für die Umsetzung Mittel des Bundes herangezogen werden können. Immerhin hat dieser ein großes Programm zur Förderung der Elektromobilität aufgelegt. Aus diesem Topf soll Geld für die MVG fließen.

  • Umstieg auf emissionsfreie Busse im ÖPNV

Die CSU fordert: Die MVG ersetzt ihren Busfuhrpark sukzessive mit emissionsfreien Fahrzeugen, so dass die komplette Busflotte bis spätestens 2030 ausgetauscht und nur noch mit emissionsfreien Fahrzeugen bestückt ist. Ab 2020 werden nur noch emissionsfreie Fahrzeuge angeschafft.

Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen und die Mehrkosten möglichst gering zu halten, soll die MVG gemeinsam mit anderen Verkehrsbetrieben in Deutschland einen Einkaufsverbund gründen. Die Stadtstaaten Hamburg und Berlin prüfen derzeit ebenfalls einen Zusammenschluss. Auch sie erhoffen sich damit die Anschaffungskosten pro Fahrzeug zu reduzieren und insgesamt die technische Entwicklung bei den Anbietern voranzutreiben.

  • Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge bei der Stadt

Ebenfalls bis 2030 soll der Fuhrpark der Stadt München auf emissionsfreie Fahrzeuge umgestellt werden. Ab 2020 werden zudem nur noch solche Fahrzuege angeschafft. Das Geld soll ebenfalls aus den Födermitteln des Bundes kommen.

  • Ausbau der E-Infrastruktur

Großes Manko für viel E-Auto-Besitzer bisher ist die Verfügbarkeit von Ladestationen. Bis 2017 sind nur rund 100 Stationen vorgesehen. Viel zu wenig, wenn irgendwann mal nur noch E-Autos über die Straßen rollen. Die CSU will, dass bis in zwei Jahren nochmal genau so viele Lademöglichkeiten errichtet werden, einige davon auch in Parkhäusern, öffentlichen Tiefgaragen und P+R-Anlagen.

  • Ladestationen für E-Taxis

Auch die Taxistände sollen mit Ladestationen versorgt werden. Denn erstens gibt es schon einige Taxis, die elektrisch fahren und zweitens soll so auch die Akzeptanz für E-Taxis als ÖPNV-Mittel erhöht werden.

  • Attraktivität für Elektromobilität schaffen

Zu guter Letzt will die CSU, dass die Stadtpolitik sich verstärkt um das Thema E-Mobilität kümmert und so die Attraktivität steigert. Dazu gehört vor allem, finanzielle Anreize für E-Autos zu schaffen oder Besitzer von E-Autos kostenlos parken zu lassen, wo andere zahlen müssen.

"Wir sind uns sicher, dass mehr Menschen auf E-Mobile umsteigen werden, wenn wir mit einer breiten Infrastruktur die richtigen Anreize setzen", führt Stadtrat Manuel Pretzl aus. "Eine entscheidende Rolle spielt die flächendeckende Bereitstellung der Ladeinfrastruktur. Sei es im öffentlichen Raum, an Taxiständen, in sämtlichen öffentlichen oder privaten Tiefgaragen oder auf Park&Ride-Anlagen. Die Menschen müssen überall Strom zapfen können."

Sein Bürgermeister Josef Schmid ergänzt: "Die CSU im Rathaus ist weiterhin Taktgeber bei der Förderung der E-Mobilität. Wir investieren damit in die Lebensqualität Münchens. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass die E-Mobilität eine Zukunftstechnologie ist, auf die wir bauen müssen".

 

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