Antrag im Stadtrat "Radfahrer frei" am Flauchersteg

Der Flauchersteg soll auch offziell für die Radfahrer freigegeben werden, fordern die Grünen. Foto: Petra Schramek

Um den Radverkehr am Flaucher zu optimieren, fordern die Grünen, den Gehweg offiziell für Radler freizugeben. Die Thalkirchner Brücke soll sogar zur Fahrradstraße werden. 

 

Thalkirchen - Spätestens, wenn das Wetter schön wird, wird's am Flauchersteg und an der Thalkirchner Brücke eng zwischen Radlern und Fußgängern.

Um die Lage zu entzerren, hat die Stadtratsfraktion der Grünen und Rosa Liste jetzt einen Antrag im Stadtrat gestellt: "Schöner Radeln am Flaucher" heisst das Motto.

Die Fraktion fordert, dass der Flauchersteg in Zukunft als Gehweg, der auch für Radfahrer frei ist, beschildert wird.

Konkret heisst das: Radler müssen ihre Geschwindigkeit an die Fussgänger anpassen. Ist der Weg - zum Beispiel an Werktagen - aber frei, darf aber mit normaler Geschwindigkeit über den Steg geradelt werden.

"An Werktagen ist es völlig unverständlich, warum die Radler über den menschenleeren Steg ihr Fahrrad schieben sollen", heißt es in dem Antrag. Und weiter: "Eine Beschilderung als 'Gehweg, Radfahrer frei' trifft die 300 Tage im Jahr, an denen auf dem Steg problemlos geradelt werden kann.

Außerdem soll die Thalkirchner Brücke und die Straßenabschnitte vor und nach der Brücke zur Fahrradstrasse werden.

Die Geh- und Radwege auf der Brücke seien viel zu schmal, heißt es in dem Antrag. Und obwohl es erlaubt sei, würden sich hier wegen des dichten Verkehrs viele Radfahrer nicht trauen, auf der Strasse zu fahren.

"Gerade was die Thalkirchner Brücke betrifft, ist die Idee natürlich ambitioniert", sagt Fraktionssprecher Markus Viellvoye. "Die Strecke ist ja quasi die einzige Querverbindung zwischen dem Mittleren Ring und Grünwald."

Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher der den Antrag mit initiiert hat, und bei den Grünen Experte für verkehrspolitik ist, weiß, dass speziell der Vorstoß zur Thalkirchner brücke wohl auf wenig gegenliebe stoßen wird. "Ich habe dasselbe schon einmal bei der Hackerbrücke beantragt, und bin leider gescheitert", sagt er. 

Dennoch steht er zu der Idee. "Das in Fahraddstraßen übliche 'Tempo 30' wäre hier kein Problem - das gilt auf der Brücke ohnehin schon jetzt. Der Verkehr würde dann besser fließen, Nachteile für den Pkw-Verkehr sehe ich dadurch nicht", sagt er. "Auf der Brücke ist kein Platz zum Überholen."

Bickelbacher sieht die Ausweisung einer Fahrradstraße vielmehr als wichtiges Signal, dass Radfahrer hier erwünscht sind und der Radverkehr gefördert wird.

Sollte deswegen durch den Antrag wenigstens erreicht werden, "dass auf der Brücke noch einmal deutlicher markiert wird, dass Radler auf der Straße fahren dürfen, wäre ich damit auch schon zufrieden", sagt Bickelbacher.

Die Stadtverwaltung hat jetzt bis zu drei Monate Zeit, auf den Antrag zu antworten. "Bei verkehrsplanerischen Angelegenheiten dauert es aber erfahrungsgemäß oft etwas länger, sagt Viellvoye.

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