Fälle in Neuhausen und Moosach Rassistisch und antisemitisch: Übergriffe in München

Zwei fremdenfeindliche Vorfälle führten am Dienstag und am Donnerstag zu zwei Festnahmen. Foto: Friso Gentsch/dpa

Die Polizei München berichtet von zwei fremdenfeindlichen Übergriffen in München. In beiden Fällen wurden Menschen bedroht, in einem Fall sogar geschlagen.

München - In zwei Münchner Stadtvierteln sind Menschen Opfer von fremdenfeindlichen Übergriffen geworden: In Neuhausen und in Moosach. In Neuhausen wartete am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr ein 23-jähriger aus München an der U-Bahnhaltestelle Maillingerstraße, als ein Mann (34) vorbeikam und ihn anpöbelte.

Der Mann forderte ihn auf den U-Bahnhof sofort zu verlassen. Der 23-Jährige dachte allerdings nicht daran der Aufforderung nachzukommen. Das brachte den aggressiven 34-Jährigen derart in Rage, dass er ihm laut Polizei ins Gesicht schlug. Der Geschlagene wählte daraufhin den Notruf. Wie die Polizei weiter berichtet, traf eine Streife den Gewalttäter noch vor Ort an und nahm ihn fest. 

Gegenüber den Beamten machte der 34-Jährige - ein Bosnier ohne festen Wohnsitz in München - rassistische Bemerkungen über Flüchtlinge und Menschen mit dunkler Hautfarbe. Auf die Beamten machte er zudem einen psychisch auffälligen Eindruck.

Das Opfer wurde nach der Aussage zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Antisemitische Äußerungen in Moosach

Bei dem zweiten Fall in Moosach wurde ein 21-jähriger Angestellter eines Restaurants in der Hanauerstraße gegen 2 Uhr morgens bedroht. Ein 23-jähriger Gast, der zusammen mit zwei Begleitern unterwegs war, äußerte sich während des Restaurantbesuchs mehrfach abfällig über Juden. 

Als die Gruppe aufbrach, kam es laut Polizei zu einem erneuten Aufeinandertreffen des Angestellten mit dem Gast. Der wollte nun eine Zigarette von dem 21-Jährigen, den er zuvor noch beschimpft hatte. Als dieser ihm keine geben wollte, wiederholte er die antisemitischen Äußerungen. Der 21-Jährige verständigte daraufhin die Polizei, die den Mann festnahmen. 

Der 23-Jährige aus Somalia muss sich nun wegen Bedrohung, Volksverhetzung und Beleidigung verantworten.

Rassistische Schmierereien in Neuhausen und Moosach

In Neuhausen und Moosach wurden in den vergangengenen Wochen mehrere Hakenkreuzschmierereien festgestellt. In Moosach sprühte ein 19-Jähriger ein Hakenkreuz direkt an die Polizeiinspektion und wurde festgenommen. In Neuhausen wurden nach der Pegida-Demonstration am 27. Oktober mehrere Graffitis von Hakenkreuzen gemeldet: an einer Arztpraxis und vor und an einer Gastwirtschaft.

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