Anti-Pegida-Demo in München Sendlinger Tor: 20 000 Münchner gegen Rassismus und Hass

Eingekesselt am Stachus: Die Polizei bildet einen Korridor, um die "Bagida"-Anhänger unbeschadet zur S-Bahn zu geleiten. Währenddessen rufen die "Platz da! München ist bunt!-Teilnehmer "Nazis raus!" Foto: Daniel von Loeper/az

Am Montagabend sind rund 20 000 Münchner am Sendlinger Tor auf die Straße gegangen, um gegen das rechtspopulistische "Bagida"-Bündniss ein Zeichen zu setzen. Am Ende mussten die Islam-Gegner von der Polizei eskortiert werden.

 

München - Tausende Münchnerinnen und Münchner versammelte sich am Montag am Sendlinger Tor und setzten damit ein Zeichen gegen Intoleranz, Rassismus und Ausgrenzung. Unter dem Motto "Platz da! Für ein buntes und weltoffenes München" demonstrierten die Münchner ab 17.30 Uhr gegen die Anti-Islam-Bewegungen "Bagida" und "Muegida". Die marschierten nur wenige Meter weiter auf.

"Wir wollen diesem hasserfüllten und rassistischen Treiben nicht tatenlos zusehen", erklärten die Veranstalter auf der Homepage der Stadt München.

Bis zum frühen Nachmittag gab es auf Facebook gut 11 400 Anmeldungen für die "Platz da!"-Kundgebung. Am Ende waren es rund 20 000. Der AZ-Newsblog zum Nachlesen.

 

Demo-Tag in München - Der AZ-Newsblog vom Sendlinger Tor:

+++ Bagida-Demonstranten werden eskortiert +++

In den Untergrund mit den Bagidas: Die Polizei geleitet die Bagida-Anhänger, die immer noch von Gegendemonstranten eingekesselt sind, in Richtung S-Bahn am Stachus. Die Demonstration hat sich gegen 20.30 Uhr aufgelöst.

+++ Durchbruch-Versuche, Festnahmen, drei Verletzte +++

Wie die Münchner Polizei soeben mitgeteilt hat, haben am Stachus mehrere Demonstranten versucht, die Absperrung zu durchbrechen, um an den Bagida-Zug ranzukommen. Fünf Personen wurden festgenommen, drei Polizisten leicht verletzt.

+++ Hundertschaften der Polizei am Stachus +++

Die Stimmung am Stachus ist aufgeheizt. Es kommt immer wieder zu Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei. "Keine Gewalt"-Rufe kommen von den "München ist bunt"-Teilnehmern, die die Bagida-Demonstranten mehr und mehr wieder einkesseln. Und das, obwohl die Veranstaltung offiziell schon beendet ist.

+++ Michael Stürzenberger redet am Stachus +++

Mittlerweile haben die Teilnehmer der "Bagida"-Veranstaltung den Stachus erreicht. Dort stehen sie laut AZ-Reporter vor dem Kaufhof-Gebäude. Der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei "Die Freiheit", Michael Stürzenberger, versucht übers Mikrofon eine Abschlusskundgebung zu halten. Doch die "Nazis raus!"-Rufe sind zu laut. Von Stürzenberger ist kein Wort zu verstehen.

+++ Bagida-Gruppe auf dem Weg zum Stachus +++

Mit etwas Verzögerung marschieren nun etwa 1000 Bagida-Anhänger die Sonnenstraße entlang. Die ist links und rechts mit einer Barriere aus Absperrgittern und Polizisten gesäumt. In der Mitte läuft das Grüppchen Richtung Stachus. Begleitet von sehr, sehr lauten "Nazis raus!"-Rufen von den Bürgersteigen, auf denen die Gegendemonstranten den Bagida-Zug verfolgen.

+++ Matthäuskirche macht die Lichter aus +++

Kein Licht für Bagida: Wie schon vergangene Woche in Köln und Berlin, als der Dom und das Brandenburger Tor während der "Pegida"-Demonstrationen das Licht abschalteten, ist jetzt auch die Matthäuskirche am Sendlinger Tor dunkel.

+++ Pfeifkonzert für Bagidas +++

Die Veranstaltungsleiterin der "Bagida"-Kundgebung spricht soeben zu den Teilnehmern, besser gesagt: sie versucht es. Jedes Mal wenn Birgit W. am Mikrofon ansetzt, gehen ihre Worte im Pfeifkonzert der Gegendemonstranten unter. Die "Wir sind das Volk"-Parolen der Bagidas werden von "Nazis raus"-Rufen übertönt.

+++ Bagida-Anhänger versammeln sich vor Postbank +++

Offenbar kam es vor der Postbank an der Landwehrstraße zu Ausschreitungen. Laut AZ-Reporter sind dort eine handvoll Bagida-Anhänger mit vermummten Demonstranten aneinander geraten. Es soll mehrere Festnahmen gegeben haben.

+++ Bagida-Marsch beginnt +++

Laut Polizei haben sich mittlerweile rund 400 Bagida-Demonstranten an der Trambahn versammelt. Sie sollen gleich - abgeschirmt von der Polizei - Richtung Stachus losmarschieren. Polizisten haben soeben ihre Helme aufgezogen. Offenbar ist bereits eine Wasserflasche in Richtung der Beamten geflogen. Die Veranstaltung "München ist bunt" (mittlerweile knapp 25 000 Teilnehmer) ist soeben offiziell beendet worden.

+++ "Muegida"-Demo am Weißenburger Platz überschaubar +++

Um 18.30 Uhr will sich "Muegida" (Münchner gegen die Islamisierung des Abendlandes) mit etwa hundert Teilnehmern am Weißenurger Platz treffen. Bis jetzt ist die Zahl der Demonstranten noch überschaubar. Auch hier haben sich bereits Gegendemonstranten eingefunden.

+++ Demonstranten werden immer mehr +++

Und es ist immer noch nicht Schluss: 20 000 Menschen demonstrieren jetzt am Sendlinger Tor gegen Intoleranz, Rassismus und Ausgrenzung. Gerade auf der Bühne: Die Well Brüder aus dem Biermoos.

+++ Nix geht mehr zwischen Sendlinger Tor und Stachus +++

Mittlerweile hat die Polizei die Sonnenstraße zwischen Sendlinger Tor und Stachus komplett dicht gemacht. Einem Fahrradfahrer wird empfohlen, dass er am besten über den Oberanger oder den Königsplatz fahren soll um stadteinwärts zu kommen.

+++ Über 12 000 Demonstranten am Sendlinger Tor +++

Mittlerweile musste die Polizei die offizielle Zahl der Demonstranten nach oben korrigieren. Um 17.45 Uhr sind bereits mindesten 12 000 Unterstützer von "Platz da! München ist bunt" auf der Straße.

+++ Ein Blick auf die andere Seite: Wo sind die Pegidas? +++

Während der AZ-Reporter die Zahl der Anti-Pegida-Anhänger mittlerweile auf 10 000 schätzt, zeigt ein Blick auf die Trambahninsel auf der anderen Seite, dort wo sich die "Pegida"-Unterstützer versammeln wollen: Da ist noch nix los. Der AZ-Report zählt gerade mal acht Personen.

+++ OB Dieter Reiter auf der Bühne +++

Um kurz nach halb sechs betritt Dieter Reiter die Bühne. Der Oberbürgermeister begrüßt die Demonstranten und bedankt sich für das zalhreiche Erscheinen. Reiter: "Ich bin stolz, Bürgermeister dieser Stadt zu sein." Hier gibt's die Rede von Dieter Reiter im Wortlaut

+++ Mindestens 2500 Demonstranten vor Ort +++

Die Polizei hat soeben eine erste offizielle Zahl bekannt gegeben: Demnach sollen sich bis zum Demo-Auftakt um 17.30 Uhr mindestens 2500 Demonstranten am Sendlinger Tor eingefunden haben. Mittlerweile dürften es weitaus mehr sein.

+++ Siggi Benker von der Organisation "München ist bunt" begrüßt gerade alle Anwesenden. Mittlerweile stehen die Demonstranten bis auf die abgesperrte Sonnenstraße hinaus. Benker fordert die Menschen auf, sich auch hinter der Bühne aufzustellen. Es wird eng. +++

+++ Bilder: Die ersten hundert Anti-Pegida-Demonstranten sind da +++

Es wird voll auf dem Sendlinger-Tor-Platz: Mittlerweile haben sich die ersten paar hundert Demonstranten für ein buntes München eingefunden. Die Stimmung ist entspannt, aus den Lautsprecherboxen kommt Musik. Das einzige was stört ist laut AZ-Reporter ein "saukalter Wind", der den Demonstranten um die Ohren pfeift. Hier gehts zu den Bildern.

+++ Sonnenstraße teils wieder offen +++

Die Polizei scheint die Sonnenstraße schubweise zu öffnen und wieder dicht zu machen. Im Moment werden jedenfalls wieder Demonstranten durchgelassen.

+++ Verkehrschaos zeichnet sich ab +++

Das könnte noch lustig werden! Die Sonnenstraße in Richtung Stachus ist jetzt ab Sendlinger Tor vollkommen dicht. "Die lassen keinen mehr rein", berichtet unser Reporter. Der Sack ist zu. Auf der Lindwurmstraße zeichnet sich ein Verkehrschaos und ein großer Stau stadteinwärts ab. Ab Goetheplatz stehen die Autos. Perfektes Timing zum jetzt einsetzenden Berufsverkehr.

+++ Trambahnen fahren nicht mehr - Großes Polizei-Aufgebot +++

AZ-Reporter Ralph Hub berichtet, dass die Trambahnen nun nicht mehr fahren. Ist auch nicht möglich, Demonstranten sind auf den Gleisen am Sendlinger Tor. Absperrgitter sind errichtet. Überhaupt ist ein Riesenaufgebot der Polizei vor Ort.

+++ Die Demonstranten gehen in Stellung +++

Es tut sich was am Sendlinger Tor. Die Demonstranten gehen schön langsam in Stellung. In Richtung Stachus sind Menschen mit Antifa-Plakaten und Transparenten zu sehen.

+++ #NoBagida: Das Residenztheater zeigt Flagge +++

+++ Prominente Redner bei "Platz da!" +++

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wird reden, ebenso wie Siggi Benker von „München ist bunt“, der Bischofsvikar des Erzbistums München und Freising Rupert Graf zu Stolberg und der Imam Benjamin Idriz. Für die Redner wird vor dem Sendlinger Tor eine Bühne aufgebaut, die zur Sonnenstraße hin gerichtet ist. Außerdem treten Musiker und Künstler auf: die Well Brüder aus dem Biermoos, Dreiviertelblut, Keno von Moop Mama und der Sgt. Bellvue Di Monaco friendly heart choir Club, bei dem etwa Kabarettist Hannes Ringlstetter, Sportfreunde-Sänger Peter Brugger und Regisseur Marcus H. Rosenmüller sind mit dabei.

+++ Die "Platz da!"-Unterstützer treffen sich ab 17.30 Uhr am Sendlinger-Tor-Platz. Die Organisatoren (u.a. Parteien, Kirchen und Gewerkschaften) haben dazu aufgerufen, Instrumente, Pfeifen und sonst alles was Krach macht mitzubringen. Die anti-muslimischen Parolen von "Bagida" und "Muegida" sollen niedergepfiffen werden. +++

+++ Am Sendlinger Tor und am Weißenburger Platz: Hier lesen Sie, wo am Montagabend in München überall demonstriert wird"Platz da!", "Bagida", "Muegida" - Hier demonstriert München heute Abend +++

 

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