Angst vor Tsunami Dutzende Tote: Mega-Erdbeben erschüttert Mexiko

, aktualisiert am 08.09.2017 - 23:15 Uhr
Eine Mauer hat ein Auto unter sich begraben. Auch in Mexiko-Stadt waren die Erdstöße heftig zu spüren. Foto: Agustin Salinas/El Universal via ZUMA Wire/dpa

Mitten in der Nacht werden rund 50 Millionen Mexikaner von einem Rekord-Erdbeben aus dem Schlaf gerissen - es gibt viele Opfer und schwere Schäden. Zudem fürchten die Menschen an der Küste einen Tsunami.

 

Mexiko-Stadt - Beim schwersten je gemessenen Erdbeben in der Geschichte Mexikos sind mindestens 40 Menschen getötet worden. Das geht aus neuen Zahlen des Katastrophenschutzes und des Gouverneurs des Staates Oaxaca, Alejandro Murat, hervor.

Murat sagte im Sender Televisa, dass in Oaxaca 23 Menschen umgekommen seien. Im Bundesstaat Chiapas wurden bisher sieben Tote gefunden. Zwei Kinder starben im Bundesstaat Tabasco, darunter ein Baby, weil ein Beatmungsgerät in einem Krankenhaus keinen Strom mehr hatte. Am schlimmsten wurde bisher die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen, wo 17 Menschen starben. Häuser stürzten ein, rund 1,5 Millionen Menschen waren zeitweise ohne Strom.

Einheiten der Streitkräfte wurden zur Hilfe in die Katastrophenregion geschickt. Das Erdbeben vor der Pazifikküste im Süden des Landes hatte eine Stärke von 8,2 und war damit noch stärker als die bisherigen Rekordbeben 1932 und 1985. Das Seismologische Institut hatte zunächst eine Stärke von 8,4 ermittelt. Beide Werte wären die bisher stärksten gemessenen Werte in Mexiko. Erdbeben in der Stufe 8 auf der Richterskala gelten als "sehr groß" mit einer Zerstürungskraft über mehrere Hundert Kilometer hinweg. Die höchste Erdbeben-Stufe ist 10. Das Beben ereignete sich 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Meerestiefe.

50 Millionen Menschen spürten die Erschütterungen

Es kam zu mindestens 42 Nachbeben. "Gott, unser Herr hat uns das Überleben geschenkt, das Beben war sehr, sehr stark", sagte die 70 Jahre alte Ricarda Jiménez Cordero der Deutschen Presse-Agentur. Sie wohnt in der besonders betroffenen Stadt San Cristóbal de las Casas im Bundesstaat Chiapas und erlitt einen Schock. Chiapas liegt an der Grenze zu Guatemala im Südosten Mexikos.


Die Karte des United States Geological Survey: Der rote Punkt markiert das Epizentrum des Erdbebens vor Mexiko. Bild: USGS

Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ereigneten sich die zuvor stärksten Erdbeben in Mexiko am 3. Juni 1932 (Stärke 8,1) und am 19. September 1985 (Stärke 8,0), das mehr als 9.000 Todesopfer forderte. Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto sagte, dass rund 50 Millionen Menschen in Mexiko die schweren Erschütterungen gespürt hätten.

In mehreren mittelamerikanischen Ländern steigt die Angst vor einem Tsunami

Für die gesamte Region wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben. In Chiapas und im Bundesstaat Oaxaca riefen die Behörden die Bewohner in Küstennähe dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Der Hafenort Puerto Madero in der Nähe der Grenze zu Guatemala ist bereits evakuiert worden. Die Tsunamiwarnung umfasste auch mehrere Staaten in Mittelamerika und Ecuador in Südamerika. Das zuständige Warnzentrum vermeldete Wellen, die bereits einen Meter über der Gezeitenhöhe liegen. Der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, warnte die Menschen an der Küste der Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas vor Wellen von bis zu 4,20 Meter Höhe.

Die betroffene Region liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird. Im Golf von Mexiko ist derzeit außerdem der Hurrikan "Katia" unterwegs. Eine Hurrikan-Warnung sei für Teile des Staats Veracruz ausgegeben worden, berichtete der Wettersender Hurricane News. Im Osten Mexikos könnte es am Freitag und am Wochenende zu heftigem Regen und Sturmböen kommen. Das Beben war auch in Mexikos Nachbarland Guatemala stark zu spüren und hatte dort eine Stärke von 7,7.

 

 

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