Angelehnt an den "Punisher" Aufregung um E-Mail-Signatur eines Landshuter Polizisten

Kompromisslos, brutal und auf der Suche nach Rache: Jon Bernthal als Punisher in der gleichnamigen Netflix-Serie. Mit dieser Signatur (Screenshot) verschickte der Beamte eine Polizeimeldung. Der Totenkopf ist das Logo des Punishers. Foto: Jessica Miglio/dpa/AZ

Ein Dienstgruppenleiter der Landshuter Polizei verschickt einen Pressebericht mit martialischer Signatur: Totenkopf inklusive.

Landshut - Es ging um ein geklautes Fahrrad und den abgetretenen Außenspiegel eines Smart. Nichts Spektakuläres also bei dieser Polizeimeldung, die am Sonntag verschickt wurde. Wäre da nicht die Signatur des Dienstgruppenleiters gewesen. "Wenn Dich keiner hasst, machst Du was falsch!", stand unter "Medienkontakt Polizeiinspektion Landshut" zu lesen.

Garniert wurde der Spruch vom Totenkopflogo des Punishers (deutsch: Bestrafer) – einer ultrabrutalen Selbstjustiz-Figur aus dem Comic-Helden-Kosmos des amerikanischen Marvel-Verlags. Was all dies mit dem sorgsam gepflegten "Freund und Helfer"-Image der Polizei zu tun hat, erschließt sich nicht zwingend. Polizeidirektor Helmut Eibensteiner zeigt sich fassungslos: "Das ist untragbar. So etwas passt überhaupt nicht ins Bild, das wir in der Öffentlichkeit abgeben wollen."

Gewaltverbrecher und Ex-Polizist

Die Figur des Punishers, 1974 zunächst als Feind von Spider-Man angelegt, erlebte ihren ersten Popularitätsschub Mitte der 80er Jahre. Zunächst hatte man beim Marvel-Verlag noch Vorbehalte gegen den brachialen Antihelden, der ohne Erbarmen Verbrecher tötete, dann überzeugten die Verkaufszahlen. Hinzu kam, dass die USA in den 80ern einen dramatischen Anstieg von Gewaltverbrechen zu verzeichnen hatten. Ein Mann, der im Alleingang aufräumte, kam da bestens an.

Beim Punisher handelte es sich ursprünglich um den Polizisten Frank Castle. Weil er der Einzige im Revier ist, der nicht korrupt ist, verübt die Unterwelt ein Attentat auf ihn und seine Familie, das er als einziger überlebt. Fortan widmet er sich der Rache. In einer alternativen Version ist Castle ein Ex-Soldat, so auch in einer aktuellen Netflix-Serie, wo er als Ein-Mann-Bürgerwehr Polizei und Staatsanwaltschaft von New York gegen sich aufbringt.

Klärendes Gespräch am Dienstag

Auf Facebook stößt der Punisher-Fan aus der Polizeiinspektion Landshut durchaus auf Verständnis. "Korrekter Typ", kommentiert ein Nutzer einen entsprechenden Online-Artikel zu dem Thema. "Ist doch cool", meint ein anderer. "Cool", findet es auch ein Nutzer, der sich wundert, über was man sich alles aufregen kann – "und drück Ihm die Daumen das es keine Folgen für Ihn hat!!!".

Zu den Folgen, die die Aktion für den Hauptkommissar haben wird, will sich Polizeidirektor Eibensteiner noch nicht äußern. "Zunächst können wir uns nur entschuldigen. So etwas hat in einem dienstlichen Vorgang nichts zu suchen. Ganz abgesehen davon, dass eine solche Signatur schon schwierig genug wäre, wenn sie der Kollege privat nutzen würde." Am Dienstag werde man bei der Polizei ein Gespräch mit dem Beamten führen. Für eine Stellungnahme war er am Montag nicht zu erreichen.

 

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