Angeklagte vor Gericht Frau bedroht Mitbewohner: "Ich knall dich ab!"

Die Angeklagte am Montag beim Prozessauftakt. Foto: Daniel v. Loeper

Eine 35-Jährige soll ihren Mitbewohner mit einer Waffe gedroht haben. Vor Gericht sagt sie, sie habe Stimmen gehört.

 

München - Viel Glück hat die 35-Jährige im Leben nicht gehabt. Ein Elternhaus, mit dem sie nicht zurechtkam, in der Schule und bei der Arbeit gemobbt, so schildert sie ihr Leben vor Gericht. Ihren Job als Einzelhandelskauffrau hat sie nie gerne gemacht. "Ich mag den Leuten nichts aufschwätzen", sagt sie. Beziehungen mit Männern? Einmal, eine Woche, das war’s.

Vor Gericht steht die Angeklagte jetzt, weil sie am 29. März 2018 in einer Obdachlosenunterkunft in Geretsried einen Mitbewohner mit einer Schreckschusspistole bedroht hat und mit Reizgas auf die wenig später eintreffenden Polizisten geschossen haben soll.

Angeklagte schoss mit Reizgas auf Polizisten

Der Mann habe sie belästigt, sagt sie. Sie habe ihm die Pistole an den Kopf gesetzt, gibt sie zu. Laut Antragsschrift hat sie gedroht: "Ich knall dich ab!" Jedenfalls hatte der Mann große Angst und verständigte danach die Polizei.

Auch den Polizisten drohte sie: "Verschwindet, ihr Bullen oder ich schieße!" Was sie dann auch tat. Der Schuss mit dem Reizgas führte bei den vier Polizisten zu Reizungen der Atemwege.

Sie gibt die Bedrohung und den Schuss mit der Schreckschusspistole zu. Sie habe Stimmen gehört, erklärt sie ihre Tat. Laut Antragsschrift leidet die Frau unter paranoider Schizophrenie. Sie soll in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden. Immerhin: Seit Dezember höre sie keine Stimmen mehr, erklärt die 35-Jährige. Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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