Anderen eine Freude machen Spenden an Weihnachten: So erkennen Sie seriöse Angebote

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Kleine Packerl - große Freude. Foto: Thomas Giessner

Kinderwünsche erfüllen, abgelegte Kleidung spenden oder ein schönes Packerl packen – es gibt in München viele Möglichkeiten, in der Weihnachtszeit etwas Gutes zu tun. 

 

München - Weihnachten, das hat sich allgemein durchgesetzt, gibt’s Geschenke. Dementsprechend geht es auch ums Geben. Aber oft weiß man ja gar nicht mehr, was man den Lieben schenken soll, statt ewig gleich Socken und Krawatten.

Viele haben darum das Bedürfnis, auch andere zu beschenken, durch Spenden. Dafür gibt es auch hier in München – durch teils ganz kleine Gesten – viele Möglichkeiten. Wir haben einige für Sie zusammengesucht. Von und für Münchner.

Heimatstern

Der Münchner Verein Heimatstern bringt Lebensmittel und Dinge, die jeder braucht, dorthin, wo es selbst am Allernötigsten mangelt: zum Beispiel in Flüchtlingslagern in Griechenland und entlang der Balkanroute. Aber auch hier in München hilft der Verein und betreut wohnungslose Menschen in vielerlei Belangen, von der Kleiderausgabe bis zur Hilfestellung beim Schriftverkehr mit Ämtern und Behörden.

Benötigt werden zum Beispiel Schlafsäcke, praktische, feste Schuhe oder Herrenunterhosen (nur Neuware), Babysachen wie Bodys und Babynahrung, haltbare Lebensmittel wie Reis und Nudeln, Haushaltsartikel wie Topf und Pfanne, Medikamente und medizinisches Material vom Hustensaft bis zum Schmerzmittel, oder Verbandszeug.

Aber Achtung! Um gezielt zu helfen, kann nur angenommen werden, was auf der Bedarfsliste steht. Diese kann im Internet eingesehen werden.

Abgegeben werden können die Spenden immer freitags von 14 -17 Uhr in der Heidemannstraße 60. Wer Fragen hat, kann sich auch telefonisch an 0178 721 52 10 wenden oder via Mail an info@heimatstern.org.

Wunschbäume

Auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt steht ein ganz besonderer Baum, der Wunschbaum des Vereins Kulturraum München. Bis zum 16. Dezember können die Münchner hier einen Wunsch pflücken, den ein Kind aus einer einkommensschwachen Familie auf ein Herzerl geschrieben hat und das Geschenk dann wieder am Wunschbaum-Stand abgeben. 800 Wünsche für maximal 20 Euro sind so zusammengekommen, die nun auf eine Erfüllung warten.

Auch die Weihnachtsbäume in den Hypovereinsbank-Filialen am Promenadeplatz und Rotkreuzplatz sind zu Wunschbäumen geworden: 50 Wunschzettel haben Münchner Kinder geschrieben.

Die können von Kunden und Besuchern vom Baum abgenommen und die Geschenke bis zum 14. Dezember in der jeweiligen Filiale während der Öffnungszeiten abgegeben werden.

Weihnachtstruck

Am 26. Dezember starten mehrere Konvois der Johanniter mit Geschenkpaketen nach Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nord- und Zentral-Rumänien, die Ukraine und Bulgarien. Ihr Ziel: Schulen, Kinder-, Senioren- und Behinderteneinrichtungen.

Noch bis 16. Dezember können Münchner ein Paket für diese bedürftigen Menschen packen. Die Johanniter bitten darum, sich an diese Liste zu halten: ein Geschenk für Kinder (Malbuch oder -block, Malstifte), 2 kg Zucker, 3 kg Mehl, 1 kg Reis, 1 kg Nudeln, 2 Liter Speiseöl in Plastikflaschen, 3 Packungen Multivitamin-Brausetabletten, 3 Packungen Kekse, 5 Tafeln Schokolade, 500 g Kakaogetränkepulver, 2 Duschgel, 1 Handcreme, 2 Zahnbürsten und 2 Tuben Zahnpasta.

Sammelstelle in München sind die Johanniter in der Schäftlarnstr. 9. Wer möchte, kann noch einen Weihnachtsgruß beilegen. Mehr Infos gibt es hier

Für Menschen

Die Stiftung Menschen für Menschen von Karlheinz Böhm leistet seit über 35 Jahren Hilfe zur Selbstentwicklung in den ländlichen Gebieten Äthiopiens. Zu Weihnachten können Menschen hier ein Spendenpaket verschenken.

Für 85 Euro etwa gibt’s fünfmal begleitete Geburt und fünf Schutzimpfungen für Kinder, für 70 Euro 30 Schulbücher und Unterrichtsmaterial und für 25 Euro 1000 Baumsetzlinge. Jeder Spender erhält auch eine Spendenurkunde. Mehr Infos gibt es hier.


Spendensiegel: So erkennen Sie seriöse Organisationen 

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vergibt ein Spendensiegel an seriöse Organisationen. Aktuell sind es rund 230 aus dem humanitären sowie dem Tierschutz- oder Umweltschutzbereich.

"Wir prüfen sieben Kriterien, die für Vertrauen zwischen Spendern und Organisation ausschlaggebend sind“" sagt DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke. Dazu gehöre etwa eine gute Leitungs- und Aufsichtsstruktur oder Transparenz bei den Finanzen und und eine wahrhaftige Spendenwerbung ohne emotionalen Druck in Briefen oder gar an der Haustür.

Die jährliche Prüfung zahlt allerdings die Organisation selbst. Das hat zur Folge, dass sich gerade kleinere Hilfsorganisationen diese Ausgabe und den Aufwand sparen. Umgekehrt kann man also nicht sagen: Wer das Spendensiegel nicht trägt, ist unseriös.

Das DZI gibt auf seiner Website auch Auskünfte zu weiteren 200 Organisationen ohne Siegel. Hier wird auch vor manchen Spendensammlern gewarnt.

Ansonsten sollte sich jeder die Zeit nehmen, etwa im Internet selbst gewisse Kriterien zu checken. Zum Beispiel die steuerliche Gemeinnützigkeit: Sie sollte Mindestvoraussetzung sein für eine Spende. Damit hat das Finanzamt eine gewisse Kontrolle.

Außerdem ist die Spende steuerlich absetzbar, und zwar bis zu 20 Prozent des Einkommens. Eine Spendenquittung ist erst ab 200 Euro nötig.

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