An der Isar Aufstand gegen "Luxustempel"

In der düsteren Visualisierung der Bürgerinitiative wirkt der Bau eher wie ein Bunker. Bei den Architekten... Foto: privat

Über 4000 Münchner haben gegen das Projekt in der Fraunhoferstraße unterschrieben. Was sie fordern, was der Bauherr sagt.

 

Isarvorstadt - Hochpreis-Slum, Luxustempel, Einheitsbrei: Der offene Brief an Stadtbaurätin Elisabeth Merk ist in deutlicher Sprache formuliert. Geschrieben hat ihn der Münchner Andreas Dorsch. Unterschrieben haben ihn bereits über 4000 Menschen.

Ihr Zorn richtet sich gegen die "Glockenbachsuiten", die an der Fraunhoferstraße in der Nähe der Reichenbachbrücke gebaut werden sollen (AZ berichtete).

Bis 2014 entstehen 25 Wohnungen, zwischen 50 und 150 Quadratmeter groß. Bauherr ist das Unternehmen Concept Bau.

Den ausgeschriebenen Wettbewerb haben "Allmann Sattler Wappner Architekten" aus München mit einem hellen, modernen Entwurf gewonnen. Sie konzipierten auch die Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen.

Im Erdgeschoss wird es Ladenflächen geben. Die Verkaufspreise beginnen bei 7700 Euro pro Quadratmeter.

"Das Neubauprojekt ist damit zu einem neuen Tor in die Innenstadt geworden", sagt Uwe Heimbürge, Geschäftsführer bei Concept Bau.

Seine Begeisterung können manche Münchner offenbar nicht nachvollziehen. Die Petition an die Stadtbaurätin wird unterstützt vom Bündnis Bezahlbares Wohnen, Bündnis Gartenstadt München, Green City, der Glockenbachwerkstatt und dem Bund Naturschutz.

"Die Fraunhoferstraße ist damit zwischen den Luxusburgen Seven und den Glockenbachsuiten regelrecht eingekesselt", heißt es in dem Schreiben von Andreas Dorsch. Und: "Die zum Teil noch vorhandene subkulturelle Atmosphäre wird zugunsten eines Hochpreis-Slums geopfert."

Die Firma Concept Bau verweist darauf, dass die Projektpläne im Vorfeld offen kommuniziert worden seien, gegenüber Politik und Anwohnern. Dass ein Wettbewerb stattfand, sei Wunsch der Stadt gewesen.

"Über Architektur kann man sich immer streiten", sagt Projektleiter Tobias Kofalk zur AZ. Und räumt ein: Sein persönlicher Favorit sei ein anderer Entwurf gewesen. Mit dem Ergebnis müsse man leben.

Die Bürgerinitiative lehnt das ab, will, dass die Baugenehmigung entzogen wird. Die Stadt könne das Grundstück von den Gewinnen zurückkaufen, die sie durch "The Seven" erzielt habe.

Gebaut werden solle dann ein vierstöckiges Gebäude mit günstigen Wohnungen.

 

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