Amtsgericht Skiunfall: Münchner Anwalt auf Piste schwer verletzt

Auf der Piste umgefahren: Martin Wöhr wurde schwer verletzt. Foto: John Schneider

Prozess am Amtsgericht: Ein Chirurg (45) rast auf Kitzbühler Abfahrt in den 50-Jährigen hinein.

 

München Nur wer mindestens 100 Stundenkilometer schnell die Piste runterrast (und sich dabei an die Regeln hält), darf sich „Early Bird“ nennen. Die schnellsten Geschwindigkeitsjäger werden auf der Internetseite der „Frühen Vögel“ veröffentlicht. Einer von ihnen ist der Münchner Arzt Karl R. (45, Name geändert).

Am 31. Dezember 2012 soll der Schönheitschirurg wohl etwas zu forsch an die Rekordejagd herangegangen sein – vor allem aber etwas zu spät am Tag. Um 14.48 Uhr war die Griesalmabfahrt in Kitzbühel auch von einigen weniger rasanten Skifahrern bevölkert. Unter ihnen ist auch Martin Wöhr (50). Der Münchner Anwalt hat keine Chance. Von hinten prallt der rasende Chirurg auf ihn drauf.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, beim Überholen nicht genügend Abstand gehalten zu haben. Beide Männer werden schwer verletzt.

Wöhr: „Ich hatte einen Nierenriss.“ Ein Rippenbruch und viele Prellungen komplettieren sein Krankheitsbild. Silvester fällt für ihn aus. „Als die Neujahrsglocken klangen, lag ich auf dem OP-Tisch“, erinnert sich Wöhr. Vier Monate ist der Anwalt arbeitsunfähig. Für die Schmerzen will er 50000 Euro.

Aber Karl R. erschien gestern nicht vor Gericht. Per Telefon meldete er sich krank. Neuer Termin: 2. Juni.

 

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